Landkarte Polen Karte

Landkarte von Polen

Auf der Landkarte von Polen ist die Tatra die höchste Erhebung. Laut der Landkarte von Polen sind die größten Ballungszentren das Oberschlesische Industriegebiet, der Ballungsraum um die Hauptstadt Warschau und Lodz sowie das Weichseldelta um die sogenannte Dreistadt Danzig-Zoppot-Gdingen. Die drei Städte liegen dicht beieinander an der Danziger Bucht. Weitere große Städte in Polen auf der Karte sind Krakau, Breslau und Posen.

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Karte Polen Landkarte Polenkarte. (c) UAB ANTILE

Warschau ist neuerdings ein beliebtes Ziel für Städtereisen und Kurzurlaub in Kombination mit Besichtigungen in der Umgebung. Das Angebot an preisgünstigen Hotels in Polen ist dementsprechend gestiegen. Polen stellt mit etwa 38 Millionen Einwohnern die achtgrößte Bevölkerungszahl in Europa auf einer Fläche von 312.685 qkm.

Seit 1999 ist Polen in 16 sogenannte „Woiwodschaften“, eingeteilt:

Warmińsko-Mazurskie (Ermland-Masuren), Wielkopolskie (Großpolen) Świętokrzyskie (Heiligkreuz), Podkarpackie (Karpatenvorland), Małopolskie (Kleinpolen), Kujawsko-Pomorskie (Kujawien-Pommern), Lubuskie (Lebus), Łódzkie (Lodsch), Lubelskie (Lublin), Mazowieckie (Masowien), Dolnośląskie (Niederschlesien), Opolskie, (Oppeln), Podlaskie (Podlachien), Pomorskie (Pommern), Śląskie (Schlesien) und Zachodniopomorskie (Westpommern).

Jonas ChodkeviÄ

Jonas Karolis Chodkevičius war ein bedeutender polnisch-litauischer Adeliger und Feldherr. Der damalige niederlitauische Stadthalter Chodkevičius bekam vom Grossfürsten Žygimantas Augustas im Jahr 1568 Skuodas geschenkt. Damals verlief „der grosse Weg“ von Ostpreussen in die baltischen Länder durch Skuodas. Chodkevičius nutzte diese geografische Lage zu seinem Vorteil aus. Schon vier Jahre nach der Schenkung erhielt Skuodas im Jahr 1572 die Magdeburger Stadtrechte.

Jonas Chodkevičius, Jan Karol Chodkiewicz
Denkmal von Jonas Chodkevičius in Skuodas. (c) UAB ANTILE

Sein Vater war Kastellan von Vilnius und Gouverneur von Livland. Jonas Karolis Chodkevičius besuchte die Universität von Vilnius, bereiste dann fast ganz Westeuropa und kämpfte unter anderem an der Seite des habsburgischen Spaniens gegen die Republik der Sieben Vereinigten Niederlande.

Im Jahr 1605 besiegte der damalige Großhetman von Litauen Chodkevičius die Schweden um König Karl IX. bei Kirchholm. Nachdem er mit den Schweden 1611 einen Waffenstillstand geschlossen hatte, wurde er von König Sigismund III. zur Fortsetzung des Krieges gegen das Zarentum Russland gerufen. Obgleich man Moskau besetzt hatte, nahm der Verlauf des Krieges eine sehr ungünstige Wendung. Chodkevičius musste Moskau verlassen und zog in Russland umher, ehe er 1618 nach vielen Mühseligkeiten im Vertrag von Deulino freien Rückzug nach Polen erhielt. Daraufhin erhielt Chodkevičius den Oberbefehl gegen die türkischen Osmanen, er starb aber mitten während unglücklich verlaufender Kämpfe 1621 bei Chotyn (Moldawien).

Nach seinem Tod fiel die Stadt Skuodas in die Hände der Familie Sapiegos. In deren Besitz war Skuodas bis 1831. Auf dem ehmaligem Gut der Familie befindet sich heute das Museum von Skuodas.

Kaliningrad – Königsberg

Die Oblast (Distrikt/Gebiet) Kaliningrad ist der westlichste Distrikt der Russischen Föderation. Das Gebiet stellt eine Exklave dar, das von Polen, Litauen, Lettland und Weissrussland umschlossen wird. Die Verbindung zu Russland kann über den Seeweg, Luftweg oder auch über den Landweg (durch Litauen) erfolgen. Die Oblast ist zwar durch die deutsche Geschichte geprägt worden, stellt sich heute aber als russisch dar.

Hauptstadt und auch eigentliches Zentrum dieser Region ist die Stadt Kaliningrad, das ehemalige Königsberg. Auf den knapp 15000 km² leben eine Million Menschen. Insgesamt 22 Städte sind verzeichnet. Die Oblast wird in neunzehn Rajons (Kreise) untergliedert. Trotz der ehemaligen Bedeutung dieser Region sind erhebliche soziale Probleme wie Arbeitslosigkeit, Hygiene und Korruption zu verzeichnen. Die Eingliederung in die ehemalige Sowjetunion sowie die Umsiedlung in diesem Gebiet hat und wird auch noch lange Zeit große Probleme bereiten.

Am Meer gelegen weist die Oblast keine besonderen Erhebungen auf. Die höchste Erhebung liegt bei 230m. Das Gebiet ist geprägt durch eine leichte hügelige Landschaft, unterbrochen von den großen Flüssen wie Pregel und Memel. Im Norden liegen das Kurische Haff und die Ostsee. Große Teile der Oblast sind auch noch Moorgebiet, das hier oft auch noch natürlich belassen wird. Der Süden und Westen von Kaliningrad wird von großen Heidelandschaften geprägt.

Historisch gesehen umfasst die Oblast Kaliningrad den nördlichen Teil der ehemaligen preußischen Provinz Ostpreußen. In diesem Gebiet lebten im Mittelalter die Prussen. Nach der deutschen Ostkolonisation wurde das Gebiet deutsch. Das ehemalige Königsberg war eine Hansestadt, die durch den Handel zu Wohlstand kam. Sie war lange Hauptstadt und Residenzstadt der preußischen Könige. Besonders bekannt war die Stadt aufgrund der Universität, an der unter anderem Immanuel Kant lehrte. Im Zweiten Weltkrieg kam das Gebiet unter Sowjet-Herrschaft, und nachdem viele Deutsche vertrieben waren, wurde es ein Teil von Russland. Die deutsche Vergangenheit wurde nach 1945 regelrecht geleugnet und auch ausgelöscht, indem Kirchen, Schlösser und andere Gebäude zerstört wurden. Seit Mitte der 1990er Jahre beginnt man sich aber auch hier wieder auf die Geschichte zurückzubesinnen und beginnt, die erhaltenen Gebäude zu sanieren.

Das kulturelle Zentrum wird von der Stadt Kaliningrad bestimmt. Die Stadt beherbergt ein Theater, eine Philharmonie sowie einige Museen. Seit einigen Jahren finden auch vermehrt Deutsch-Russische Veranstaltungen statt. Besonders eindrucksvoll sind die Reste der Backsteingotik, einer Variante der Gotik, die von den Siedlern nach Osten gebracht wurde.

Die wirtschaftliche Situation der Oblast Kaliningrad ist angespannt. Als ehemaliger Militärstützpunkt konnte sich wenig Industrie ansiedeln. Der Exklavenstatus verhindert die Ansiedlung von Industrie, es herrscht eine sehr hohe Arbeitslosigkeit. Allerdings liegt hier in Zukunft auch eine wirtschaftliche Chance, denn Kaliningrad besitzt eine natürliche Verkehrslage zwischen Mittel- und Osteuropa. Aktuell wird der Ausbau des Verkehrs durch die politische Lage erschwert. Der wirtschaftliche Schwerpunkt der Region liegt auf der Fischerei sowie dem Außenhandel über den Kaliningrader Hafen. Landwirtschaft spielt eine untergeordnete Rolle. Nur zögerlich siedelt sich die Produktion an, wie z.B. die Autoproduktion. Wertvoll sind einige Bodenschätze, vor allem das Vorkommen von großen Mengen an Bernstein. In der Ostsee existieren ausgedehnte Erdölvorkommen, die in der Zukunft ausgebeutet werden sollen. In den letzten Jahren gewann auch der Tourismus an größerer Bedeutung, da die Region bis Anfang der 1990er Jahre Sperrzone war. Viele Deutsche kehren auch heute als Touristen an die Stätten ihrer Jugend zurück.

Bernsteinstrasse

Es gab drei verschiedene Bernsteinstraßen, wobei jedoch die eigentliche Bernsteinstraße von der Ostsee durch Polen über Carnuntum nach Aquileia führte. Die anderen beiden Bernsteinstrassen führten von Jütland nach Hamburg. Dort trennten sich die Routen, wobei die eine durch Holland, Belgien und Frankreich nach Marseille führte, die andere über Deutschland und Österreich nach Süditalien ging.

Wie archäologische Grabungen in der Zwischenzeit zeigten, wurden entlang dieser Bernsteinstrassen von den damaligen Händlern auch grosse Zwischenlager angelegt. Rom war später unter anderen ein grosser Handelsplatz für Bernstein. Grabbeigaben und Funde aus der Zeit der Assyrer, Ägypter und anderer Kulturen zeigen, dass Bernstein schon in grauer Vorzeit ein begehrter Kultartikel und Handelsartikel war. Im übrigen ist die Bezeichnung „Bernsteinstraße“ nicht Antik, sondern stammt aus dem vorigen Jahrhundert.

Der heutige Fundort des baltischen Bernsteins ist nicht identisch mit dem Ort der primären Entstehung desselben. Dies ist übrigens von vielen anderen Lagerstätten ebenfalls bekannt. Der baltische Bernstein begann seine Wanderung kurz nach seiner Entstehung im Eozän vor 55 – 35 Mil. Jahren in den dazumaligen Bernsteinwäldern. Diese Wälder lagen zwischen Skandinavien, dem heutigen Schweden, und dem Baltikum, wo sich die heutige Ostsee befindet. Der Baumbestand dieser Wälder bestand nach heutigem Wissen aus Palmen, Eichen, Ulmen und Kastanien.

Für die Entstehung des Bernsteins waren verschiedene Koniferen und bestimmte Laubbäume nötig. Man nimmt heute an, dass die mittlere Jahrestemperatur zirka 20° C betragen hat, was ein schnelles Wachstum begünstigte und ähnlich dem jetzt in Nordafrika herrschenden Klima entsprach.
Bereits Ende des Eozäns, also vor zirka 35 Mil. Jahren, wurde der Wald vom Westen her durch das Meer überflutet und der Bernstein ausgewaschen. Durch eine Wanderbewegung gelangte der Bernstein von den Bernsteinwäldern, in die blaue Erde eingebettet, nach Samland zu den heutigen Fundorten.
Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass im Pleistozän vor zirka 2 Mil. Jahren noch einmal grosse Umschichtungen erfolgten. In verschiedenen Etappen der Eiszeiten wurde blaue Erde mitsamt dem Bernstein über mehrere hundert Kilometer in das Landesinnere von Polen, dem Baltikum und Russland verschoben.
Eine gewisse Bedeutung hatte auch Bernstein, der als Nebenprodukt, aus dem Braunkohle Tagbau stammte. So wurde bis vor wenigen Jahren in der ehemaligen DDR in Bitterfeld, in der Nähe von Leipzig, Bernstein gefördert und weiter verarbeitet.

Brest

Brest hat annähernd 300.000 Einwohner. Die Stadt gilt als Fenster zum Westen für die weißrussische Bevölkerung. Brest befindet sich direkt an der Grenze zu Polen und ist damit auch der wichtigste Grenzübergang zwischen Polen und Weissrussland. Der Bug, ein Fluss der sogar durch ein literarisches Werk berühmt wurde (“Der stille Bug”) schlängelt sich an der Stadt vorbei.

Urkundlich erwähnt wurde Brest schon im 11. Jahrhundert. Jedoch dauerte es eine ganze Weile bis der Ort Bedeutung erlangte. Einige der Holzgebäude aus der Frühzeit sind jedoch immer noch zu besichtigen. Brest gehörte jahrhundertelang zu Litauen bis es im 18. Jahrhundert schließlich zu Russland kam. Da Brest die Westgrenze des russischen Staatsgebiet war sollte eine Festung die Stadt schützen.

Nach dem berühmten Frieden von Brest-Litowsk, am Ende des Ersten Weltkriegs, gehörte Brest zunächst wieder zu Polen. Im Zweiten Weltkrieg war die Stadt durch ihre Lage hart umkämpft. Vielen Juden, welche in Brest lebten, erlitten das Schicksal der Ghettoisierung und späteren Ermordung. Nach dem Zweiten Weltkrieg erholte sich Brest relativ schnell. Die Stadt ist weiterhin Eisenbahnknotenpunkt und eine der bekanntesten Städte von Weißrussland.

Sehenswürdigkeiten in Brest
Wer in Brest einen Urlaub verbringt, darf sich auf keinen Fall die Festung der Stadt entgehen lassen. Diese hat wahrlich monumentale Ausmaße und beeindruckt durch ihr bloßes Aussehen schon unglaublich.
Aber Brest hat auch eine Weltnaturerbestätte der UNESCO zu bieten: Belaweschskaja Puschtscha, ein Nationalpark. Bekannter ist er unter seinem polnischen Namen Bialowieza. Hier leben noch Wisente, Bären und Wölfe. Der Nationalpark ist eines der unberührtesten Naturgebiete in Europa.

Interessant sind die vielen Kirchen der Stadt. Beseonders zu nennen ist die katholische Heilig-Geist-Kirche, die im 19. Jahrhundert erbaut wurde, und wo sich heute auch das Heimatmuseum von Brest befindet. Zu ihr gesellen sich zahlreiche russisch-orthodoxe Kirchen. Zu den schönsten zählt die Heilige Auferstehungskirche, die einen beeindruckenden Baustil vorzuweisen hat. Hier spiegeln sich alle Merkmale der russischen Bauweise wider.
Unter den Mussen der Stadt ist vielleicht für den ausländischen Touristen das Museum der Stadt Brest am interessantesten, aber auch das archäologische Museum ist sehr zu empfehlen.

Das politsche Geschehen in Litauen in der Zwischenkriegszeit

Die eigentliche staatliche Entwicklung in Litauen setzte im November 1918 mit der Bildung einer Regierung ein. Im Frühling 1919 waren im Prinzip alle Regierungs- und Verwaltungseinrichtungen gebildet, die kommunale Selbstverwaltung nahm ihre Arbeit auf. Am 4. April 1919 wurde Antanas Smetona zum ersten Staatspräsidenten gewählt.

Die Jahre 1919 bis 1920 waren die Zeit des Kampfes um die litauische Unabhängigkeit. Die sowjetrussischen Bolschewiki erkannten den litauischen Anspruch auf einen unabhängigen Staat nicht an. Sie drangen nach Litauen vor und besetzten Vilnius. Von Litauen gebeten, halfen deutsche Soldaten die bolschewistischen Truppen zu stoppen. Bis August 1919 waren die Bolschewiki aus Litauen herausgedrängt. Durch kriegerische Auseinandersetzungen mit Polen verlor Litauen den östlichen Teil des Territoriums und die Hauptstadt Vilnius. Kaunas wurde zur provisorischen Hauptstadt des Landes. Abgesehen von den schmerzhaften territorialen Verlusten konnte Litauen seine Unabhängigkeit bewahren.

Die Siegermächte des 1. Weltkrieges betrachteten Litauen als Teil der früheren deutschen Einflusszone und zögerten mit der Anerkennung Litauens als eines unabhängigen Staates. Erst nach der Schließung des Friedensvertrages mir Sowjetrussland und nach der erfolgreichen Beendigung der Unabhängigkeitskämpfe wurde Litauen durch andere Staaten der Welt anerkannt. Bis 1922 nahmen dementsprechend die Staaten der Welt diplomatische Beziehungen mit Litauen auf.
Die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Grundlagen des Staatslebens legte zwischen 1920 und 1922 der Konstituierende Seimas fest. Er verabschiedete eine demokratische Verfassung mit garantierten Bürger- und Freiheitsrechten. Das Gesetz über die Bodenreform schuf einen stärkeren Bauernstand und die Grundlage dafür, dass Litauen sich zu einem modernen Agrarstaat entwickelte. Das Gesetz zur Einführung des Litas als nationale Währung und eine gut durchdachte Finanzpolitik machte den Litas zu einer der stabilsten Währungen in Europa während der gesamten Zwischenkriegszeit.

1923 nutzte die Regierung eine günstige internationale Lage, um Klaipeda und die umliegenden Gebiete dem eigenen Territorium anzuschließen. Gemäß den Bestimmungen des Versailler Vertrages stand das Gebiet unter französischer Verwaltung. Es gab einen Aufstand, der zur Anschließung des Gebietes an Litauen verhalf. Von 1923 bis 1939 gehörte Klaipėda und das umgebende Gebiet Litauen an.

Als bei den Parlamentswahlen 1926 linksorientierte Kräfte die Mehrheit errangen, löste dies die Unzufriedenheit rechter politischer Kräfte aus. Die kritischste Position gegenüber der linken Regierung nahm die Litauische Nationale Union ein. Unterstützt wurde sie von einem Teil der Offiziere, auf deren Initiative am 17. Dezember 1926 ein Umsturz organisiert wurde. Das Parlament wurde aufgelöst, neue demokratische Parlamentswahlen wurden nicht mehr durchgeführt. So endete die demokratische Phase Litauens, ein autoritäres Regime mit Antanas Smetona an der Spitze übernahm die Macht (und hatte das Präsidentenamt bis zur Sowjetischen Okkupation 1940 inne).

Bis 1938 unterhielt Litauen wegen der Annektion von Vilnius keine diplomatischen Beziehungen zu Polen. 1938 nutzte Polen einen Grenzzwischenfall, um Litauen ultimativ zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen, zur Öffnung der Grenze für den Transport zu zwingen. Außerdem sollte Litauen endgültig alle Ansprüche auf Vilnius und die umgebenden Gebiete fallen lassen. Um das Ultimatum zu verstärken, zog Polen an der Grenze Truppen zusammen und drohte das „Problem Litauen“ mit Gewalt zu lösen. Litauen blieb nichts anderes übrig, als das Ultimatum zu akzeptieren und diplomatische Beziehungen zu Polen aufzunehmen. In der neuen Verfassung vom 1938 wurde Vilnius als Hauptstadt von Litauen festgeschrieben.

Auch das Verhältnis zu Deutschland verschlechterte sich. Im März 1939 forderte Deutschland die Rückgabe von Klaipeda und der umliegenden Territorien und drohte mit dem Einsatz von Waffengewalt. Auch in diesem Fall beugte sich Litauen dem Ultimatum und übergab das Gebiet.

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Quellenangabe

Politische Geschichte und Entwicklung in Litauen

Litauen wurde 1009 zum ersten Mal in den Quedlinburger Annalen im Zusammenhang mit dem Mönch Bruno von Querfurt erwähnt. Im 13. Jh. wurden die einzelnen Fürstentümer vom Großfürst Mindaugas gewaltsam vereint und dies führte zur Entstehung des ersten litauischen Staates. Der Großfürst nahm 1251 das Christentum an und ließ sich zwei Jahre später (also 1253) zum König von Litauen krönen. Da es in der Dynastie keinen Nachfolger gab, endete somit auch die litauische Monarchie. Mindaugas blieb der einzige König in der Geschichte von Litauen.

1323 wurde die Hauptstadt Litauens – Vilnius – durch den Großfürsten Gediminas gegründet. Das einzige, was dem Staat zur gleichberechtigten Stellung mit anderen europäischen Staaten fehlte, war das Bekenntnis zum Christentum. Die Christianisierung Litauens wurde 1387 vollzogen. In Vilnius wurde das Bistum gegründet, und der Stadt wurde das Magdeburger Stadtrecht verliehen.
Unter den Großfürsten Gediminas, Algirdas und Kęstutis wurde Litauen zur europäischen Großmacht. Ostslawische Fürsten schlossen sich nach dem Einfall der Tataren in Osteuropa Litauen an. Das Großfürstentum Litauen expandierte und unter dem Großfürst Vytautas erstreckte es sich bis zum Schwarzen Meer. Die Schlacht von Tannenberg 1410 beendete den fast 200-jährigen Krieg mit dem Deutschen Orden. Vytautas zentralisierte die Staatsführung und schuf sich einen Herrschafts- und Verwaltungsapparat.
Das Großfürstentum Litauen war recht einflussreich in Mitteleuropa. Nachfahren des Großfürsten Gediminas herrschten über das Großfürstentum Litauen, Polen, Ungarn und Tschechien. In dieser Zeit (15.-16. Jh.) fand die Annäherung zwischen Litauen und Polen statt. 1569 wurde die Union von Lublin durch beide Staaten unterzeichnet, durch die eine Republik beider Völker geschaffen wurde (sie bestand bis 1795). Die Konföderation hatte einen Herrscher – den litauischen Großfürsten und den polnischen König, eine gemeinsame Adelsversammlung, den Seimas, eine gemeinsame Außenpolitik und gemeinsames Geld. Getrennt blieben die Exekutive, das Rechtssystem, die Truppen und die Staatskasse. Auch die Grenzen und sogar die Staatsnamen blieben erhalten.

Im 17. und 18. Jh. wurde die politische Lage immer komplizierter. Die im 16. Jh. erlassenen Rechtsakten, drei Statuten und weitere Rechtskodexe gaben den Adeligen weitgehende Rechte. Im Seimas galt das Recht des liberum veto, das bedeutete, dass der Widerspruch eines einzigen Adeligen den Erlass des Gesetzes verhindern konnte.
Die Nachbarländer nutzten die Schwäche des Litauisch-Polnischen Staates und eigneten sich Teile seiner Territorien an. In der Zeit zwischen 1772 und 1795 führten Österreich, Preußen und Russland die drei Teilungen des Staates durch. Litauen wurde Teil des russischen Imperiums. Während des russisch-französischen Krieges besetzten die französischen Truppen Litauen, und Napoleon selbst verbrachte 19 Tage in Vilnius. Die Reste der französischen Armee erreichten die Stadt auf ihrem Rückmarsch von Osten im Dezember 1812.

Das 19. Jahrhundert war für die litauischen Bürger von großer Bedeutung, weil sich damals das moderne litauische Volk entwickelte. Dies geschah unter dem Einfluss der Kulturgesellschaften und der Heranbildung der litauischen Literatursprache. Es kam zwei Mal zu Aufständen gegen die Zarenherrschaft 1830/31 und 1863/64. Nach dem ersten Aufstand wurde die Universität Vilnius geschlossen, nach dem zweiten erfolgte ein Druckverbot für alle Publikationen auf Litauisch und in lateinischer Schrift, das 40 Jahre lang andauerte (bis 1904). In diesem Zeitraum wurden litauischen Schulen geschlossen und neue Schulen, in denen nur russisch unterrichtet wurde, geöffnet. Neue Katholische Kirchen durften nicht mehr errichtet werden, nur orthodoxe Kirchen wurden eröffnet. Diese Faktoren hemmten zwar die kulturelle Entwicklung Litauens, stärkten aber den Bürgersinn und riefen Nationalbewegungen in der 2. Hälfte des 19. Jh. hervor. Die Litauer begannen illegale Schulen zu gründen und dort die Kinder im Litauischen zu unterrichten. Das wichtigste Zentrum für den Druck litauischer Publikationen wurde Tilsit im benachbarten Ostpreußen. Von dort brachten Bücherträger auf illegale Weise zahlreiche Werke nach Litauen. Ein Zeichen des Heranreifens einer Nation war der immer lauter werdende Ruf nach Staatlichkeit. Auf der „Großen Versammlung in Vilnius“ 1905 forderten die Litauer die Gewährung von Autonomie für das Gebiet.

Der 1. Weltkrieg berührte Litauen vom ersten Tag an. Die Schlachten zwischen den russischen und deutschen Armeen in Ostpreußen machten Litauen zum Frontgebiet. Aus Westlitauen zogen die ersten Kriegsflüchtlinge Richtung Osten. 1915 wurde das gesamte Territorium Litauens von der deutschen Reichswehr besetzt. Das Okkupationsregime war hart, das Land wurde wirtschaftlich in hohem Maße ausgebeutet. Dies verstärkte den Wunsch nach staatlicher Unabhängigkeit. Auf einem Kongress der unterdrückten Völker 1916 in Lausanne erklärten die litauischer Vertreter erstmalig, dass sie das Ziel eines unabhängigen Litauens verfolgen. Am 8. September 1917 fand in Vilnius eine Konferenz der Litauer statt, auf der in einer Resolution das Ziel der Eigenständigkeit festgelegt und ein Litauischer Rat gewählt wurde, dessen eigentliche Aufgabe eben die Verwirklichung des gestrebten Zieles war. Am 16. Februar 1918 verkündete der Litauische Rat die Unabhängigkeitserklärung. Damit begann auch der Weg Litauens als souveräner Staat.

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Danzig

Danzig (Gdansk) liegt etwa mittig an polnischen Ostseeküste an der Danziger Bucht (Zatoka Gdanska). Die Stadt ist Teil einer Dreierstadt einer sogenannten Trójmiasto, die gekennzeichnet ist durch einen fliesenden Übergang der Städte Gdingen (Gdynia) – Zoppot (Sopot) – Danzig (Gdansk). Danzig befindet sich in der Wojwodschaft Pommern (województwo pomorskie) und hat ca. 450.000 Einwohner. Von der Danziger Bucht fließt die Weichsel (Wisla) ins Landesinnere.

Geschichte von Danzig
In der jüngsten Neuzeit in den letzten Augusttagen des Jahres 1980 machte Danzig von sich reden. Etwa 60 Jahre nach der Oktoberrevolution hatten polnische Werftarbeiter begonnen sich gegen die Diktatur der Sowjetunion aufzulehnen. Allen voran Lech Walesa kämpften sie gegen die Durchsetzung ihrer Forderungen. Ein Jahrzehnt später war das Sowjetreich zusammengebrochen.

Schon aus den ersten Jahrhunderten vor Christen ist eine Besiedelung der heutigen Region von Danzig dokumentiert. Die Goten lebten zum Teil direkt an der Weichselmündung, aber auch baltische Stämme betrieben bereits Ackerbau und sogar die Bernsteingewinnung. Die eigentliche Gründung von Danzig geht auf das 10. Jahrhundert zurück. Die Blütezeit begann mit dem Beitritt zur Hanse etwa Mitte des 14. Jahrhunderts. Durch den Thorner Frieden fiel Danzig an Polen und wurde zur Königsstadt. Wie viele polnische Städte begann danach eine sehr wechselhafte Geschichte, die bis zur fast völligen Zerstörung während des zweiten Weltkrieges führte.

Sehenswürdigkeiten in Danzig
Will man Danzig erkunden, so kann man dem alten Königsweg folgen. Diese Route beginnt am Hohen Tor und führt durch das Goldene Tor zur Langgasse. Diese Hauptstraße ist heute eine Fußgängerzone, in der man die ehemaligen Patrizierhäuser bewundern kann. Diese sind, typisch für Danzig, sehr schmal. Neben schlicht gestalteten Fassaden finden sich immer wieder aufwendige Fronten, reichlich verziert und mit Monumenten ausgestattet, wie die des Löwenhauses. Hier lohnt sich auch eine Besichtigung der Innenräume. Der Rote Saal ist mit Bildern des berühmten holländischen Malers de Vries geschmückt. Im weiteren Verlauf der Königsroute entdeckt man den Langen Markt mit dem Neptunbrunnen. Im Artushof versammelten sich früher die Kaufleute. Der Königsweg endet schließlich am Grünen Tor und der Grünen Brücke.

Ein weiterer Spaziergang führt durch die Brotbränkegasse. Beginnend am Brotbränketor kommt man am Englischen Haus vorbei und schließlich zur Marienkirche. Hier sollte man ruhig ein wenig verweilen, denn die Marienkirche ist die größte gotische Kirche in Europa. Wer auf das Dach steigt, sollte schwindelfrei sein, denn der Turm ist recht hoch und der Aufstieg recht abenteuerlich. Der Ausblick von oben auf die Stadt Danzig ist überwältigend und belohnt den Mut. Man überblickt die gesamte Danziger Innenstadt und kann sogar auf das Rathausdach von oben sehen. Bei guter Witterung schaut man bis zum Meer hinaus in weite Ferne.

Doch zunächst zurück in die Altstadt. Diese wurde im zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört. Nur die wertvollsten Gebäude wurden nach und nach wiederaufgebaut. Die große Mühle steht auf einer kleinen Insel im Radaune-Kanal. Sie ist heute ein Einkaufzentrum. Auch die Kirchen der Altstadt wurden restauriert.

Einen Abstecher in die Frauengasse sollte man machen, um zu Flanieren und Souvenirs zu kaufen. In den unzähligen Schmuckläden findet sich Bernstein in jeder Art von Verarbeitung und Qualität und vor allem für jeden Geldbeutel.

Die Danziger Bucht ist etwa 82 km breit. Der Stadtteil Przymorze liegt direkt am Meer. Er besteht zwar aus einer unschönen Plattenbausiedlung, die vor allem in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts Wohnraum schaffen sollte. Der Weg zum Strand ist von hier aus jedoch nicht weit. Daher zieht dieser Wohnteil auch durchaus Touristen an. Nach und nach entstehen hier Hotels, Pensionen, Restaurants und viele Freizeitmöglichkeiten.

Lublin

Lublin mit rund 380.000 Einwohnern gehört zu den zehn größten Städten in Polen und ist die größte polnische Stadt östlich der Weichsel. Lublin liegt auf der Hochebene Wyzyna Lubelska, auf mehreren Hügeln im Tal des Flusses Bystrzyca.

Durch seine Position wurde Lublin bereits im Mittelalter zu einem wichtigen Kreuzpunkt für Handelswege von Osten nach Westen und von Norden nach Süden. Es war Treffpunkt vieler Kulturen und Religionen. Bis zur Vernichtung durch die Nazis war Lublin ein bedeutendes Zentrum der jüdischen Kultur, es wurde auch das „jüdische Oxford“ genannt. Zur groben Orientierung: Bis zur ukrainischen Grenze sind es weniger als 100 km, bis Warschau 170 km und bis zur deutschen Grenze 670 km.

Geschichte von Lublin
Lublin ist eine der ältesten Städte in Polen, die nach archäologischen Funden zu urteilen bereits im 6. Jahrhundert erste frühmittelalterliche Siedlungen auf dem Hügel Czwartek aufweist. Nach der Christianisierung Polens im Jahre 966 wurde Ende des 10. Jahrhunderts die St. Nikolai-Kirche gebaut. Der Name der Stadt erscheint in schriftlichen Urkunden im 12. Jahrhundert.
Einerseits war Lublin in Bezug auf seine zentrale Lage sicherlich wirtschaftlich und kulturell in besonderem Maße begünstigt, allerdings kam es aufgrund seiner besonderen geographischen Lage zu vielen Grenzkonflikten.
Im 13. Jahrhundert drangen in das Gebiet unterschiedliche Stämme und Völker ein, u.a. Litauer, Russen und Tataren. Der polnische König Wladyslaw Jagiello erklärte die Stadt zu einem königlichen Hauptzentren. Durch umfangreiche königliche Privilegien erblühten Handwerk und Handel. Aus ganz Europa, aus östlichen Ländern und sogar aus Asien strömten die Menschen auf die Lubliner Jahrmärkte. Auch außerhalb der Stadtmauern entstanden neue Siedlungen mit neuen Kirchen, Klöstern und Häusern im gotischen Stil gebaut. Die friedlich nebeneinander lebenden Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft begünstigte ein reiches Kulturerbe. Im 16. Jahrhundert entstand um die Burg herum ein großes jüdisches Viertel.

Sehenswürdigkeiten in Lublin
Lublin befindet sich in einer regen Phase des Wiederaufbaus. Alte Häuser in der Altstadt werden grundlegend renoviert und saniert. Auch wenn noch nicht alles wieder hergestellt ist, so kann der Besucher jetzt schon erkennen, wie schön die Stadt einmal war und sicherlich nach und nach auch wieder wird.

Die Burg Lublin liegt direkt im Zentrum der Stadt. An ihrer Stelle wurde einst (10./11. Jahrhundert) eine hölzerne Wehrburg errichtet. Die jetzige Burg wird im 12. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Nach umfassenden Umbauten im den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts beherbergt sie heute das Bezirksmuseum.

Ebenfalls in der Innenstadt befindet sich das Schloss aus der Zeit der Jagiellonen. Es ist mit Sicherheit eine der größten Touristenattraktionen Lublins. Von großer kunsthistorischer Bedeutung ist die königliche Kapelle auf dem Schloss, in der alte byzantinische und altrussische Malereien aus Zeiten der Jagiellonen zu sehen sind.

Auf einem Spaziergang gelangt man zu den Stadttoren. Das Krakauer Tor ist Teil der Befestigungsanlage aus dem 14. Jahrhundert. In ihrem Turm befindet sich das Museum für Stadtgeschichte. Zwischen dem Grodzka-Tor und dem Schloss befand sich bis 1942 ein jüdisches Viertel

Die Altstadt von Lublin mit ihren verwinkelten mittelalterlichen Gassen sowie der Marktplatz mit Bürgerhäusern aus dem 15. und 16. Jahrhundert laden zum Bummeln und Entdecken ein. Ringsum gibt es zahlreiche Cafés. Das Alte Rathaus, im 18. Jahrhundert im klassizistischen Stil umgebaut, weist ursprüngliche gotische Merkmale auf.

Lublin war einst wichtigstes Zentrum jüdischen Lebens in Polen. Ein Denkmal auf dem Platz der Getto-Opfer, Plac Ofiar Getta, erinnert an die während der Nazizeit ermordeten Juden. Der ebenfalls von ihnen zerstörte jüdische Friedhof wurde restauriert. Im Mausoleum wird eine Ausstellung zur Geschichte der Lubliner Juden gezeigt. Als einzige von ehemals 38 Synagogen überstand das Gebäude die Nazizeit und beherbergt heute ein Museum.

Kattowitz

Kattowitz ist eine junge Stadt, in der etwa 360.000 Menschen leben. Durch ihre günstige Lage ist sie Hauptstadt des neuen, vierten schlesischen Regierungsbezirks und auch Mittelpunkt des wirtschaftlichen Lebens des oberschlesischen Industriebezirks.

Kattowitz ist eines der wichtigsten Wirtschafts- und Wissenschaftszentren Polens. Bedeutend ist die Stadt in der Eisen-, Kupfer- und Zinkverarbeitung, im Maschinenbau sowie der chemischen und elektrotechnischen Industrie. Sie ist weiterhin ein Eisenbahnknotenpunkt sowie ein großes Industrie- und Kohlenbergbauzentrum.

Geschichte von Kattowitz
Die Geschichte der Stadt Kattowitz ist eng verknüpft mit dem Silber- und Bleibergbau, der bereits im 13. Jahrhundert von Beuthener Bergleuten auf dem Gebiet des heutigen Kattowitz betrieben wurde. Wann Kattowitz genau entstanden ist, lässt sich nicht exakt feststellen. Ein Bericht über die Einkünfte der Kirche in Bogutschütz enthält erste urkundliche Erwähnung im Jahr 1598. Vermutlich im Jahr 1590 gründete Herzog Johann II von Ratibor Kattowitz auf dem Grund eines mittelalterlichen Hammerwerkes.

Die Stadt war zunächst nicht mehr als ein armseliges Dorf mit Holzhäusern und strohgedeckten Dächern und daher in seiner Bedeutung nicht sehr groß. Erst durch den Kauf größerer Ländereien durch den Eisenfachmann Johann Friedrich Koulhaas im Jahr 1799 begann die industrielle Entwicklung von Kattowitz. Im Jahre 1865 wurde die Stadt Sitz der Eisenbahndirektion in Oberschlesien und am 11. September 1866 verlieh König Wilhelm I. Kattowitz die Städteordnung.
1922 fällt Kattowitz an Polen und im Jahre und wird 1941 Hauptstadt der Provinz Oberschlesien. In der Zeit von 1953 bis 1956 trägt die Stadt den Namen Stalinograd, benannt nach dem sowjetischen Diktator Stalin. 1968 wurde die Universität von Kattowitz gegründet, die unter anderem für ihre musikalische Ader sowie den Zweig für Internationales und Europäisches Recht sehr bekannt ist.

Sehenswürdigkeiten in Kattowitz
In Kattowitz gibt es eine Vielzahl an Kirchen und Museen zu entdecken. Die katholische Kirche der unbefleckten Empfängnis wurde zwischen 1862 und 1870 erbaut und ist die erste und einzige erhalten gebliebene katholische Kirche im sonst überwiegend evangelischen Kattowitz. Eine aus Holz gebaute Kirche im Kosciuszki-Park wird auch Erzengel St. Michael Kirche genannt. Sie stammt aus dem Jahre 1510. Eine Besonderheit ist die außergewöhnliche Holzkanzel und der Glockenturm, der 1938 aus dem Dorf Syrynia überführt wurde. Der große, jüdische Friedhof von Kattowitz mit einem der ältesten Gräberfelder der Stadt geht auf das Jahr 1868 zurück und wurde in den Jahren 1927 und 1945 erweitert. Hier sind Mitglieder der größten und verdientesten Familien der Stadt beerdigt.

In und um Kattowitz gibt es mehrere Museen, wie zum Beispiel das Museum der Geschichte von Katowice, das Archidiözesanmuseum, das Schlesische Museum und das Staatliche Museum in Oswiecim. Letzteres wurde 1979 in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen wurde.

Eine ganz besondere Sehenswürdigkeit in Kattowitz ist die Bergmannssiedlung „Giszowiec“. Hierbei handelt es sich um eine zwischen 1908 und 1915 errichtete Musterarbeitersiedlung, die auf Initiative von Anthon Uthemann entstanden ist. Diese Siedlung ist noch heute einzigartig im gesamten europäischen Raum. Die für 600 Familien errichtete Gartensiedlung wurde in der Form eines Dorfes entworfen. Die niedrigen Häuser sind höchstens zweistöckig und haben ein Garten- und ein Wirtschaftsgebäude. Auf dem Siedlungsgelände wurden ein Wirtshaus, diverse Geschäfte, eine Wäscherei und eine Badeanstalt für Frauen errichtet. Die Badeanstalt und die Wäscherei existieren heute nicht mehr, der Rest ist aber noch gut erhalten. Bis in die 70er Jahre verkehrte zwischen Stadt und Siedlung eine Schmalspurbahn.

Ebenfalls sehenswert ist der Stadtpalast am Wolnosci Platz, eine aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammende Luxusresidenz. Diese ist der Wohnsitz der Familie Goldstein, der Inhaber des ortsansässigen Sägewerks. Im Inneren findet man ein imposantes Treppenhaus und einen Flur mit Marmorverkleidungen, Wandmalereien und Stuckarbeiten vor. Wahrzeichen der Stadt ist das von Warschau für Oberschlesien gestiftete Denkmal der Schlesischen Aufständischen aus dem Jahr 1967. Es ist ein Symbol für die drei schlesischen Aufstände.

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