Ventspils

Fragt man einen Letten nach der aufregendsten Stadt in seinem Land, dann nennt er garantiert Ventspils. Was für Touristen nicht so ganz nachvollziehbar ist, denn so wirklich viel los ist hier nicht. Der Ölterminal im Hafen war vor einigen Jahren aufgrund eines Störfalls in die Schlagzeilen geraten, inzwischen ist es um den Ort etwas stiller geworden. Doch Ventspils mausert sich derzeit durch zahlreiche Renovierungs- und Sanierungsprojekte zu einem hübschen Städtchen! Hier hat man den zweifelhaften Charme der ehemaligen Sowjetherrschaft bereits erfolgreich vertrieben.

Die Stadt liegt an der Windau-Mündung an der Ostsee, gehört zur Region Kurzeme und hat es dank des Ölexports zu erstaunlichem Wohlstand gebracht. Was man auch auf den ersten Blick sieht: Die Häuser sind in freundlichen Pastelltönen gestrichen, die Straßen sauber und gepflegt. Überall florieren kleine Geschäfte und Bistros. Das Preisniveau ist deutlich höher als im Umland und teilweise sogar höher als in Riga.

Dass Ventspils in erster Linie eine Industriestadt ist, kann man eigentlich nicht erkennen. Sie wirkt eher wie eine nett herausgeputzte Touristenstadt. Dabei sind die meisten Besucher Geschäftsreisende, die im weitesten Sinne mit dem Seehandel oder der Industrie zu tun haben. So erklärt sich auch das für lettische Verhältnisse ungewöhnliche Passantenbild, in dem man viele gut gekleidete Geschäftsleute aus aller Herren Länder mit Aktenkoffer und Notebook antrifft.

Die Altstadt besteht aus 200 Jahre alten Häusern und ist architektonisch reizvoll. Weiter oben liegt die Ordensburg aus dem 13. Jahrhundert. Ein hauseigenes Museum präsentiert die Geschichte der Burg. Von hier oben kann man mit Teleskopen die ganze Stadt und den Hafen betrachten, der Blick ist wirklich schön. Außerdem sind im Museum einige wertvolle Bernsteinobjekte zu bewundern, die bei Ausgrabungen eher zufällig entdeckt wurden.

Eine sportliche Attraktion für Besucher und Einwohner ist der moderne Skater-Park, die größte Skater-Anlage in Lettland. Hier gibt es 18 Sprünge und sehr schöne Halfpipes, die von Skatern und BMX-Fahrern kostenlos genutzt werden dürfen.

Urlauber zieht es natürlich vor allem an den Strand. Hier kann man das Sommer-Sonne-Urlaub-Gefühl in vollen Züge genießen. Er liegt nicht etwa abseits der Stadt, sondern erstreckt sich mit gut zwei Kilometern Dünenlandschaft bis mitten in den Stadtkern. Etwas weiter im Süden befindet sich ein Freilichtmuseum, das viele Objekte rund um die Tradition der Seefahrt präsentiert. Somit ist Ventspils eine ideale Kombination aus Strandurlaub und Kultur-Reise.

Hotels in Ventspils: Übernachten kann man im Mittelklasse-Doppelzimmer ab 80 Euro. Zum Beispiel im Drei-Sterne-Hotel Vilnis, das direkt in der Nähe des Fährhafens liegt, oder mitten in der Stadt im Hotel Dzintarjura, welches ebenfalls drei Sterne trägt. Hier geht es aber etwas luxuriöser zu, es gibt ein Restaurant im Hause, außerdem eine Sauna und Pool für die Gäste.

Jurmala

Knapp 10 Kilometer südlich der Hauptstadt Riga liegt Jurmala. Der Name heißt auf lettisch „Strand“, und tatsächlich ist Jurmala eigentlich keine Stadt, sondern ein Zusammenschluss vieler Dörfer, die alle in einer Reihe am Ostseestrand angesiedelt sind: Priedaine, Asari, Lielupe, Bulduri, Kemeri, Vaivari, Dzintari, Majori, Dubulti, Jaundubulti, Pumpuri, Melluzi, Jaunkemeri und Sloka. Zusammen bilden sie unter dem Namen Jurmala die fünftgrößte Stadt in Lettland.

Strand von Jurmala, (c) swetlana_k, pixelio.de

Strand von Jurmala, (c) swetlana_k, pixelio.de

Der Riga’sche Meerbusen der Ostsee begeistert Touristen mit seinem 32 Kilometer langen feinsandigen, weißen Strand, der von Kiefernwäldern und Dünen gesäumt wird. Er zählt zu den schönsten Stränden im Baltikum. Da es hier immer etwas windig ist, lieben insbesondere Surfer die Strände. Das offene Meer ist aber nichts für Anfänger oder Kinder, denn hier gibt es Strömungen und einen manchmal gefährlichen Wellengang!

Einzigartig ist Jurmala durch seine vielen bunten Sommerhäuser aus Holz, die Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut wurden. Diese teilweise schlichten, teils aber auch beeindruckend schönen Villen sind völlig unterschiedlich gestaltet, es gibt keine zwei Häuser, die gleich aussehen. Manche wirken wie kleine Schlösser. Das schafft ein luxuriöses Ambiente am Strand. Ursprünglich waren sie als Urlaubshäuser für die Reichen Rigaer und Sommergäste aus Moskau gedacht, die hier ihre Sommer verlebten. Der Erste Weltkrieg stoppte den Urlauber-Zustrom, doch in den 20er und 30er Jahren florierte der Ort bereits wieder. Und zu Zeiten der Sowjetunion besuchten jährlich über 300.000 Touristen das kleine Ostseebad. Einen weiteren Knick in der Erfolgsgeschichte bildete nicht etwa der Zweite Weltkrieg, sondern ein Giftskandal in den 80er Jahren. Die Rigaer Bucht war von giftigen Abwässern so stark verschmutzt worden, dass Fischbestände verschwanden und das Baden lebensgefährlich wurde. Dank einer großangelegten Reinigungsaktion und einem konsequenten Naturschutzprogramm ist die Bucht aber seit Mitte der 90er Jahre wieder in einem sehr guten Zustand, und die Wasserqualität einwandfrei. In Sachen Umweltbewusstsein ist Lettland aber noch lange nicht auf dem Stand von Westeuopa.

Typische Architektur in Jurmala, (c) swetlana_k, pixelio.de

Typische Architektur in Jurmala, (c) swetlana_k, pixelio.de

Heute ist Jurmala auch für Gäste mit kleinem Geldbeutel erschwinglich. Es kommen Familien mit Kindern aus Deutschland und Skandinavien hierher, aber auch viele Kurgäste. Jurmala ist nämlich auch ein anerkannter Kurort: Dem schwefelhaltige Heilschlamm und den Mineralquellen werden zahlreiche Heilwirkungen zugeschrieben. Und so brechen an warmen Tagen im Sommer hunderte Städter aus Riga nach Jurmala auf, um Sonne und Strand zu genießen. Alle zehn Minuten fährt ein Regionalzug von Riga nach Jurmala. Die Fahrt dauert zwischen 35 und 40 Minuten und führt durch schöne Fichtenwälder. Als Autofahrer bezahlt man bei der Einfahrt in die Stadt eine Kurtaxe von 1 Lats pro Tag. Man braucht aber nicht unbedingt ein Auto in dieser Gegend. In der Stadt selbst kommt man am besten zu Fuß oder mit dem Rad voran. Am Bahnhof kann man günstig Fahrräder mieten.

Das Leben spielt sich ohnehin meist im Zentrum „Majori“ ab. Hier lädt eine schön gestaltete Fußgängerzone mit dem Namen „Jomas“ zum Shoppen und Bummeln ein. Abends findet hier ein reges Nachtleben statt, das im Gegensatz zu Riga noch nicht von Kriminalität beeinträchtigt wird. Es gibt zahlreiche Bars und Kneipen, in vielen wird Live-Musik gespielt, und das Bier kostet meist weniger als einen Euro.

Ein Heimatmuseum in Mahori schildert anschaulich die Entstehungsgeschichte der Stadt und des Strandlebens von der Gründung bis heute. Die Darstellung der damaligen Strandmode wirkt manchmal geradezu komisch.

Ein weiteres Museum, allerdings im Freien, erwartet den Besucher in Lielupe. Hier bekommt man einen Eindruck vom leben der Fischer im 19. Jahrhundert. Auch befindet sich in diesem Örtchen das ehemalige Sommerhaus der bekannten lettischen Dichterin Aspazija.

Auch eine Besichtigung des „Weißen Schlosses“ im Ort Kemeri sollten sich Kulturfreunde nicht entgehen lassen! Es handelt sich streng genommen nicht um ein Schloss, sondern um den 1936 errichteten Kurpalast, der aber aufgrund seiner verspielten Architektur wahrhaftig wie ein Schloss wirkt.

Für Familien mit Kindern ist der Wasserpark im benachbarten Vaivari ein beliebter Anziehungspunkt. Fünf Wasserrutschen eine Sauna und zwei beheizte Becken laden zum Toben ein und sind eine gute Alternative für alle, denen das Meer zu kalt oder zu gefährlich ist.

Übernachten kann man hier mit viel Stil und in gepflegtem Ambiente im Baltic Beach Hotel. Das traditionsreiche Kurhotel ist nicht nur schön, es wurde auch in den letzten Jahren zu einem modernen und gut ausgestatteten Wellness-Zentrum umgebaut, in dem auch anspruchsvolle Gäste sich rundum verwöhnen lassen können.

Städte in Lettland

Wer das städtische Flair in Lettland genießen will, hat verschiedene Möglichkeiten. Viele Dörfer und Ortschaften wuchsen seit dem 10. Jahrhundert zu Städten heran. 21 Orten in Lettland wurde deshalb Stadt-Status verliehen.

Am bekanntesten ist natürlich die Hauptstadt Riga mit rund 742.500 Einwohnern. Diese Stadt boomt und verzeichnet eine stetig wachsende Einwohnerzahl! Bereits jetzt lebt hier fast die Hälfte der lettischen Bevölkerung. Riga vereint die lettische Tradition und Kultur, modernen westlichen Zeitgeist, Wirtschaft und Politik. Gleichzeitig ist Riga mit seinen Sehenswürdigkeiten der wichtigste Verkehrsknotenpunkt im Baltikum.

Zweitgrößte Stadt ist die Industrie- und Gewerbestadt Daugavpils, gefolgt von Liepaja und Ventspils an der Ostsee. Ob Bernsteinsammeln und Entspannen am Strand, erstklassige Rockmusik bei Nacht bis in den frühen Morgen oder viel Kultur und lebendige Stadtgeschichte, die beiden hübschen Hafenstädtchen bieten Touristen viele Facetten für einen unterhaltsamen und erholsamen Urlaub.

Für Nachtschwärmer gut zu wissen: In den meisten lettischen Städten gibt es keine Sperrstunde. So kann sich eine Clubnacht in Riga, Jurmala oder Liepaja schon mal bis zum Morgengrauen hinziehen.

Auch die Studentenstadt Jelgava sollte bei einem Lettland-Urlaub auf dem Programm stehen, ebenso wie das kleine, aber durchaus interessante Städtchen Rezekne mit seiner Burgruine mitten in der Stadt.

Die Kurstadt Jurmala steht ganz im Zeichen des gehobenen Tourismus am Meer. Ob man hier ein Wellness-Programm mit Heilanwendungen in den Hotels und Rehabilitationszentren genießt, durch die belebten Einkaufsstraßen bummelt, sich ins Nachtleben stürzt oder den scharfen Wind zu einem Segeltörn nutzt – hier bleibt kaum ein Wunsch unerfüllt.

Außerdem zählen Jekabpils, Valmiera, Ogre, Tukums, Cesis, Salaspils, Kuldiga, Olaine, Saldus, Talso, Dobele, Kraslava und das beschauliche Bauska zu den touristisch interessanten Städten in Lettland mit schönen Sehenswürdigkeiten.

Sehenswürdigkeiten in Lettland

Die Schönheiten und Sehenswürdigkeiten von Lettland zeigen sich an vielen, ganz unterschiedlichen Orten. So gibt es allein 100 historische Stätten, welche anschaulich die bewegte, lettische Geschichte erzählen.

Burg von Turaida, (c) bretagne_32, pixelio.de

Burg von Turaida, (c) bretagne_32, pixelio.de

Da wäre zum Beispiel das Schloss Rundale in der Nähe von Bauska. In vielen Reiseführern wird es das „Versailles der Ostsee“ genannt, und in der Tat ist die Architektur vergleichbar. Die weitläufige Anlage wurde 1767 erbaut. Leider hat der erste Schlossherr die Innenausstattung vor seiner Flucht wegschaffen lassen. Doch auch ohne die damals üblichen, prachtvollen Accessoires und Möbel lohnt eine Besichtigung.

Das Schlossmuseum präsentiert viele Schätze aus der glanzvollen Vorzeit des Schlosses, und im Landschaftspark kann man herrlich spazieren gehen und die Architektur von weitem genießen. Direkt nebenan lädt das Museum für angewandte Kunst zur Besichtigung ein.

Eine weitere historische Attraktion und Sehenswürdigkeit ist die Pfahlbauten-Siedlung im See Araisi. Diese altlettische Siedlung stammt aus der späten Eisenzeit im 9. Jahrhundert. Wer wissen möchte, wie man in Lettland vor über 1.000 Jahren lebte, kann sich hier einen faszinierenden Eindruck verschaffen.

Gutmannshöhle bei Sigulda, (c) bretagne_32, pixelio.de

Gutmannshöhle bei Sigulda, (c) bretagne_32, pixelio.de

Im Gauja-Tal Nähe der Stadt Sigulda kann man nicht nur sehr gut Kanufahren und ausgiebig wandern, sondern auch Höhlen mit Wandmalereien aus dem 16. Jahrhundert besichtigen. Ursprünglich diente das Tal als natürliche Grenze zwischen den deutschen Ordensrittern und den Streitkräften des Erzbischofs von Riga. Heute zählen die vielen Höhlen, Burgen und der Gauja-Nationalpark zu den bekanntesten Touristen-Attraktionen und Sehenswürdigkeiten in Lettland.

Ein lohnendes Ausflugsziel ist auch die mittelalterliche Burg in Cesis, in der Nähe des Flusses Gauja auf dem Nussberg. Erbaut in den Jahren 1207 bis 1209, trotzte die Burg allen Eroberern und Katastrophen. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts überfiel der russische Zar Iwan der Schreckliche das Idyll, danach lag Cesis mal unter polnischer, dann unter schwedischer Herrschaft. Bis heute ist die Burg das Wahrzeichen der kleinen lettischen Stadt.

Eine Sehenswürdigkeit der ganz anderen Art ist das Zentrum für Radioastronomie in Irbene. Der ehemalige Militärstützpunkt der Roten Armee verfügt über zwei Radioteleskope, die noch heute genutzt werden, allerdings für rein wissenschaftliche Zwecke. Eines dieser Teleskope hat immerhin einen Durchmesser von 32 Metern und ist damit das größte in Nordeuropa. Die beiden monströsen Antennen und der unförmige, leicht verwitterte Betonbau wirken in der freien Natur wie eine Science-Fiction-Filmkulisse. Allein das skurrile Ambiente ist einen Ausflug wert!

Ebenfalls mysteriös erscheinen die Sandhöhlen-Labyrinthe des Flusses Riezupe. Die teils unterirdischen Gänge verzweigen sich rund 460 Meter weit und bestehen aus dem selben Material, das für die Herstellung von Glas verwendet wird. Die Führung bei Kerzenlicht ist ein ganz besonderes Erlebnis. Alleine sollte man hier keinesfalls auf Entdeckungstour gehen, zu groß ist die Gefahr, sich zu verlaufen. Ein warmer Pulli sollte immer mit dabei sein, denn in den Höhlen ist es auch im Sommer ziemlich kalt.

Touristenattraktion und liebenswertes Kuriosum zugleich ist die 1903 erbaute Schmalspurbahn Gulbene-Aluksne samt Dampflok, die noch heute auf einer Strecke von 33 Kilometern fährt. Dies ist die einzige noch aktive Schmalspur-Eisenbahn im gesamten Baltikum. Man kann die Fahrt auch gleich mit einer Besichtigung der alten Bahnhofsgebäude und einem Besuch im Freilichtmuseum in Ate verbinden.

Und noch eine Seltenheit: das Ernst-Glück-Bibelmuseum in Aluksne. Es ist das einzige Bibelmuseum in Europa und wurde zu Ehren des Pfarrers Ernst Glück gegründet, der als erster Geistlicher eine christliche Bibel ins Lettische übersetzte. Hier befinden sich sehr seltene und wertvolle Bibel-Ausgaben, zum Beispiel die Faksimile-Ausgabe der Bibel aus dem Jahre 1694.

Wer das authentische, etwas rustikale Hafenambiente liebt, sollte sich die Hafenstädte Liepaja und Ventspils ansehen. In Liepaja befindet sich die Heilige Dreifaltigkeitskirche, die Mitte des 18. Jahrhunderts erbaut wurde. Sie beherbergt prächtige Rokoko-Schnitzereien und die einst größte Orgel der Welt. Es finden regelmäßig Orgelkonzerte statt. Riga vereint die lettische Tradition und Kultur, modernen westlichen Zeitgeist, Wirtschaft und Politik. Gleichzeitig ist die Stadt der wichtigste Verkehrsknotenpunkt im Baltikum.

Der Strand von Vidzeme hat mit einem Badestrand nicht viel zu tun, ist aber dennoch hochinteressant: Hier liegen riesige, rote Findlinge auf einer Strecke von 14 Kilometern. Der größte ist 4 Meter hoch und über 200 Meter land, mit tiefen Höhlen und Grotten, die man sogar begehen kann.

Wer sich ein wenig mit der lettischen Kultur auseinandersetzt, stellt fest: Hier achtet man sehr auf Zeichen und Traditionen. Deshalb sind trotz der verheerenden Plünderungen und Zerstörung durch Kriege erstaunlich viele der historischen Stätten erhalten. So würde eine lettische Behörde niemals eine Zugstrecke genehmigen, die über einen ehemaligen Friedhof oder eine mittelalterliche Siedlung führt, wie es z.B. in Deutschland völlig normal ist. Auch hat man in Lettland bis heute die Steinblöcke erhalten, die auf Beerdigungsstätten von Pest-Toten hinweisen. Dieser Besonnenheit ist es auch zu verdanken, dass der historische Stadtkern der Hauptstadt Riga 1997 endlich als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt wurde und somit unter Denkmalschutz steht.

Lettland

Flagge Lettland

Flagge Lettland

Grenzländer: Lettland wird durch Estland im Norden mit 343 Kilometern begrenzt, durch Russland im Osten mit 282 Kilometern, Weissrussland im Südosten mit 167 Kilometern und Litauen im Süden mit 576 Kilometern.

Landkarte Lettland

Landkarte Lettland (c) UAB ANTILE

Hauptstadt: Riga
Amtssprache: Lettisch
Einwohner: 2.270.000
Fläche: 64.589 Quadratkilometer
Währung: Euro
Autokennzeichen: LV
Telefon-Vorwahl: +371
Zeitzone: MEZ + 1 Stunde

Die Republik Lettland gehört zum Baltischen Staatenbund. Geographisch gesehen liegt Lettland in der Mitte von Europa.
Kaum ein anderer Teil in Europa verfügt über eine so breite Palette an Sehenswürdigkeiten, landschaftlichen Highlights und kulturellen Besonderheiten wie die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen.

Burg Turaida im Gaujatal

Burg Turaida im Gaujatal, (c) bretagne_32, piexelio.de

Die Staaten im Baltikum sind heute unabhängig und entwickeln auf ganz unterschiedliche Art ihre kulturellen Eigenheiten weiter. Gleichzeitig findet eine spürbare Öffnung nach Westen statt. Lettland ist vor allem für seine unberührte Natur bekannt, die in Teilen sogar als UNESCO Weltkulturerbe anerkannt wurden. Seit dem 1. September 2001 darf man aus allen EU-Mitgliedsstaaten ohne Visum nach Lettland einreisen, wodurch der Tourismus von und nach Lettland erheblich zugenommen hat. Seit der EU-Osterweiterung am 1. Mai 2004 gehört auch Lettland zur Europäischen Union. Die drei baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland gehören auch seit dem 21. Dezember 2007 zum Schengen-Raum.

Das kleine Land an der Ostsee besitzt eine lange, stolze Geschichte mit vielen Traditionen, kulturellen Reichtümern, mittelalterlichen Burgen und architektonischen Kunstwerken. Der Geist der Vergangenheit ist überall spürbar. Sogar mitten im turbulenten Nachtleben der Hauptstadt Riga. Er zeigt sich in den weltweit einzigartigen Prachtbauten im Jugendstil, zahlreichen Museen, Galerien, mittelalterlichen Bauwerken und einer Oper von internationaler Bedeutung.

Strand in Lettland, (c) bretagne_32, pixelio.de

Strand in Lettland, (c) bretagne_32, pixelio.de

Spürbar ist auch der insbesondere in den Städten von Lettland schwelende Dauerkonflikt mit Russland, über dessen weiteren Verlauf man derzeit nur spekulieren kann. Trotz des hohen russischen Bevölkerungsanteils werden Russen von den Letten als Minderheit behandelt, was vor dem geschichtlichen Hintergrund nachvollziehbar erscheint. Als Tourist ist man davon aber kaum betroffen.

Die stille Rigaer Bucht und die kilometerlangen Sandstrände der Ostsee im Kurort Jurmala laden zum Surfen und Baden ein. In den riesigen Naturparks mit Wäldern, Flüssen und Seen kann man nach Herzenslust Wandern, Angeln und Kanu fahren. Wer die Stille und die einsame Natur liebt, darf beim Campen in aller Ruhe den Alltag vergessen und sicher sein, dass er tagelang keinem anderen Menschen begegnet. Dafür vielleicht einem Elch oder einem Wolf…

Danzig

Danzig (Gdansk) liegt etwa mittig an polnischen Ostseeküste an der Danziger Bucht (Zatoka Gdanska). Die Stadt ist Teil einer Dreierstadt einer sogenannten Trójmiasto, die gekennzeichnet ist durch einen fliesenden Übergang der Städte Gdingen (Gdynia) – Zoppot (Sopot) – Danzig (Gdansk). Danzig befindet sich in der Wojwodschaft Pommern (województwo pomorskie) und hat ca. 450.000 Einwohner. Von der Danziger Bucht fließt die Weichsel (Wisla) ins Landesinnere.

Geschichte von Danzig
In der jüngsten Neuzeit in den letzten Augusttagen des Jahres 1980 machte Danzig von sich reden. Etwa 60 Jahre nach der Oktoberrevolution hatten polnische Werftarbeiter begonnen sich gegen die Diktatur der Sowjetunion aufzulehnen. Allen voran Lech Walesa kämpften sie gegen die Durchsetzung ihrer Forderungen. Ein Jahrzehnt später war das Sowjetreich zusammengebrochen.

Schon aus den ersten Jahrhunderten vor Christen ist eine Besiedelung der heutigen Region von Danzig dokumentiert. Die Goten lebten zum Teil direkt an der Weichselmündung, aber auch baltische Stämme betrieben bereits Ackerbau und sogar die Bernsteingewinnung. Die eigentliche Gründung von Danzig geht auf das 10. Jahrhundert zurück. Die Blütezeit begann mit dem Beitritt zur Hanse etwa Mitte des 14. Jahrhunderts. Durch den Thorner Frieden fiel Danzig an Polen und wurde zur Königsstadt. Wie viele polnische Städte begann danach eine sehr wechselhafte Geschichte, die bis zur fast völligen Zerstörung während des zweiten Weltkrieges führte.

Sehenswürdigkeiten in Danzig
Will man Danzig erkunden, so kann man dem alten Königsweg folgen. Diese Route beginnt am Hohen Tor und führt durch das Goldene Tor zur Langgasse. Diese Hauptstraße ist heute eine Fußgängerzone, in der man die ehemaligen Patrizierhäuser bewundern kann. Diese sind, typisch für Danzig, sehr schmal. Neben schlicht gestalteten Fassaden finden sich immer wieder aufwendige Fronten, reichlich verziert und mit Monumenten ausgestattet, wie die des Löwenhauses. Hier lohnt sich auch eine Besichtigung der Innenräume. Der Rote Saal ist mit Bildern des berühmten holländischen Malers de Vries geschmückt. Im weiteren Verlauf der Königsroute entdeckt man den Langen Markt mit dem Neptunbrunnen. Im Artushof versammelten sich früher die Kaufleute. Der Königsweg endet schließlich am Grünen Tor und der Grünen Brücke.

Ein weiterer Spaziergang führt durch die Brotbränkegasse. Beginnend am Brotbränketor kommt man am Englischen Haus vorbei und schließlich zur Marienkirche. Hier sollte man ruhig ein wenig verweilen, denn die Marienkirche ist die größte gotische Kirche in Europa. Wer auf das Dach steigt, sollte schwindelfrei sein, denn der Turm ist recht hoch und der Aufstieg recht abenteuerlich. Der Ausblick von oben auf die Stadt Danzig ist überwältigend und belohnt den Mut. Man überblickt die gesamte Danziger Innenstadt und kann sogar auf das Rathausdach von oben sehen. Bei guter Witterung schaut man bis zum Meer hinaus in weite Ferne.

Doch zunächst zurück in die Altstadt. Diese wurde im zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört. Nur die wertvollsten Gebäude wurden nach und nach wiederaufgebaut. Die große Mühle steht auf einer kleinen Insel im Radaune-Kanal. Sie ist heute ein Einkaufzentrum. Auch die Kirchen der Altstadt wurden restauriert.

Einen Abstecher in die Frauengasse sollte man machen, um zu Flanieren und Souvenirs zu kaufen. In den unzähligen Schmuckläden findet sich Bernstein in jeder Art von Verarbeitung und Qualität und vor allem für jeden Geldbeutel.

Die Danziger Bucht ist etwa 82 km breit. Der Stadtteil Przymorze liegt direkt am Meer. Er besteht zwar aus einer unschönen Plattenbausiedlung, die vor allem in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts Wohnraum schaffen sollte. Der Weg zum Strand ist von hier aus jedoch nicht weit. Daher zieht dieser Wohnteil auch durchaus Touristen an. Nach und nach entstehen hier Hotels, Pensionen, Restaurants und viele Freizeitmöglichkeiten.

Klimatabelle

Wie man an den durchschnittlichen Jahrestemperaturen erkennen kann, ist es ratsam auch im Sommer wärmere Kleidung für den Notfall im Reisegepäck zu haben. Hier gilt die alte Weisheit: es gibt kein falsches Wetter sondern nur die falsche Kleidung, die ihnen den Urlaub in Litauen verderben könnte.

Das Klima in Litauen

Durchschnittswerte

Jan. Feb. März April Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez.

Sonnenstunden

1

2

5

7

9

9

9

8

6

3

1

1

Tagestemperaturen

-1

-1

3

10

17

20

22

21

16

11

4

1

Nachttemperaturen

-7

-7

-4

2

6

10

12

12

9

4

0

-4

Wassertemperaturen

0

0

2

3

7

14

18

19

14

10

7

4

Regentage

19

15

12

13

12

13

14

15

16

16

17

18

Die Beste Reisezeit nach Litauen ist der Sommer von Mai bis September. Für einen Badeurlaub ist Litauen auch geeignet, denn die Wassertemperaturen liegen im Hochsommer in der Ostsee (siehe: Wellness an der Ostsee) in der Regel zwischen 15 und 21 Grad sowie in Bodengewässern zwischen 17 und 23 Grad.

Klima

Das Klima in Litauen ist maritim – kontinental. Im Winter erreichen die Temperaturen zwischen -15 und +5 Grad ° C, im Sommer zwischen +20 bis teilweise über 30 ° C. Warme Sommer und kalte Winter, durch westliche Winde von der Ostsee her gemildert, charakterisieren das überwiegend kontinentale Klima in Litauen.

Im Spätsommer sind die Niederschläge vor allem an der Ostseeküste in der Region von Klaipeda am stärksten. Einen Regenschirm im Urlaubsgepäck dabei zu haben, ist nicht verkehrt. Auch wirken sich in dieser Region der Golfstrom und die damit verbunden Luftströmungen noch positiv auf die durchschnittlichen Jahrestemperaturen in Litauen aus.

Die Durchschnittstemperatur in Litauen (zwischen dem 58. und 60. Breitengrad) beträgt über das Jahr gesehen 6,7°C. Im Januar im Durchschnitt -5,1 °C, im Juli werden 17 °C erreicht. Jährliche Niederschläge betragen 744,6 mm/qm, bei einer Feuchtigkeit von 78%.

Das Litauen Klima kurz gefasst: Die Sommer in Litauen sind kurz und heiß und die Winter streng, mit Schnee und Kälte. An der Ostseeküste bringt der häufig auftretende Westwind wärmere Luft und Niederschläge ins Landesinnere von Litauen.

Baltic-Sail

Die Baltic Sail ist eine Segelveranstaltung der Ostseeanrainerstädte für Traditionssegler, Museumsschiffe und Großsegler, die die Windjammer jährlich von Hafen zu Hafen über den Sommer rund um die Ostsee führt. Innerhalb der Baltic Sail finden jährlich Segeltörns zwischen den Verbundstädten Sassnitz (Deutschland), Gdansk (Polen), Halmstad und Karlskrona (Schweden), Rostock (Deutschland), Gävle (Schweden), Swinoujscie (Polen), Lübeck-Travemünde und Klaipeda statt.

Mit diesen Fahrten wird die enge Verbundenheit der Ostseestädte zum Ausdruck gebracht und die Traditionssegel-Schifffahrt zum maritim-touristischen Markenzeichen des „mare balticums“. An den Wochenenden im Juli (letztes Juli-Wochenende in Klaipeda zum Meeresfest) und August können Skipper, Segler und Hunderttausende von Gästen aus dem ganzen europäischen Raum die wunderbaren Festivals in den Hafenstädten der Baltic Sail erleben.

Im Mittelpunkt des Segelevents stehen die liebevoll gepflegten Traditionssegler und Nachbauten historischer Modelle, die kleine und große Segelfreunde zum Open Ship und zum aufregenden Mitsegeln einladen. Denn wer einmal selbst echte Seefahrerromantik erleben möchte, der kann an Bord der alten Fracht- und Handelsschiffe „anheuern“ und einen Halb- oder Ganztagestörn auf hoher See buchen.

Klaipeda

Klaipeda ist die drittgrößte Stadt in Litauen mit etwa 183.000 Einwohnern und unbestritten Wirtschaftszentrum und Kulturzentrum von Westlitauen. Der Hafen von Klaipeda ist der nördlichste eisfreie Hafen an der Ostküste der Ostsee und eine der Attraktionen der Region. Er ist die wichtigste Transportverbindung zwischen Ost und West. Jährlich laufen hier mehr als 7000 Schiffe aus 45 Ländern ein und es werden weit über 30 Millionen Tonnen Fracht geladen.

Klaipeda

Stadt Klaipeda (c) UAB ANTILE

Gegründet wurde meine Heimatstadt Klaipeda im Jahr 1252. Mit ihrer sehr wechselhaften Geschichte, der direkten Lage an der Ostsee und vielfältigen Architektur hat sich Klaipeda zu einem attraktiven Tourismusort in Litauen entwickelt. Im Jahr 2007 besuchten über 80.000 Touristen, vorwiegend aus Deutschland, Klaipeda. Nicht weit entfernt liegt die einzigartige Kurische Nehrung, die in die Kulturliste der UNESCO aufgenommen wurde.

Klaipeda hat einige schöne Sehenswürdigkeiten und viele Veranstaltungen zu bieten, genannt sind hier die Arche, das größte Granitdenkmal in Litauen, der stolze Segler Meridianas, das Delphinarium und Meeresmuseum, eine der interessantesten und beliebtesten Sehenswürdigkeiten und Attraktionen in ganz Litauen, der Skulpturenpark und der Simon-Dach-Brunnen im Herzen der Altstadt von Klaipeda auf dem Theaterplatz.

Hafen von Klaipeda

Hafen von Klaipeda (c) UAB ANTILE

Sie erreichen Klaipeda mit der Bahn, dem Auto, Flugzeug (Flughafen Palanga) oder der Fähre. Am bequemsten sind die Fährverbindungen mit oder ohne Auto: Sechsmal pro Woche gehen die Fähren MS LISCO MAXIMA und die MS Baltic Amber vom Ostuferhafen Kiel nach Klaipeda ab.

Fähren Fahrplan Kiel – Klaipeda
DFDS Seaways
Fähren Litauen

Anmerkung: Im Web wird öfter auch nach Kleipeda (falsch) statt nach Klaipeda gesucht.

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