Geschichte von Kaunas

Die vielschichtige und wechselvolle Geschichte von Kaunas begann am Zusammenfluss von Memel und Neris. An diesem strategisch wichtigen Ort errichteten die Litauer im 13. Jahrhundert eine Burg, die das Hinterland gegen die Angriffe der Deutschen Ordensritter schützen sollte, mit denen Litauen lange und hart Krieg führte. Volksetymologisch wird der Namen der Stadt sogar aus dem Wort kautis („kämpfen“) abgeleitet.

Nachdem am Anfang des 15. Jahrhunderts die Macht des Ordens gebrochen war, wurden die Flüsse Memel und Neris zu wichtigen Handelswegen und Kaunas zu einem lebendigen Handelszentrum. Das Gedeihen der Stadt bezeugt die Kaunasser Altstadt mit dem großen Rathausplatz, der von Patrizierhäusern und den Gebetshäusern verschiedener Glaubensrichtungen umgeben ist, die die multiethnische und tolerante Stadtgemeinschaft dieser Zeit bestimmten.

Das Wachsen und Gedeihen der Stadt Kaunas beendete der Niedergang des polnisch-litauischen Staates am Ende des 18. Jahrhunderts. Nachdem die Monarchien Russland, Preußen und Österreich den ehemaligen Zweivölkerstaat unter sich aufgeteilt hatten, wurde die Memel zur Grenze zwischen Russland und Preußen, Kaunas – zu einer Grenzstadt des russischen Imperiums.

Kaunas, das während des Russlandfeldzugs von Napoleon im Jahr 1812 schwer gelitten hatte, begann sich erst Mitte des 19. Jahrhunderts zu erholen. Im Jahr 1842 ernannte der Zar die Stadt zum Zentrum des neu eingerichteten Verwaltungsbezirks Kaunas und ließ eine große Militärgarnison erbauen. Im Jahr 1867 wurde Kaunas mit einem Festungswall umgeben. Im Jahr 1918 proklamierte die litauische Nationalbewegung die Wiedergründung des litauischen Staats mit der Hauptstadt Vilnius. Der junge Staat musste einerseits mit dem bolschewistischen Russland, das die Errichtung eines kommunistischen Regimes in den Grenzen des ehemaligen Zarenreichs anstrebte, andererseits mit Polen ringen, dessen Führung den gemeinsamen polnisch-litauischen Staat zu erhalten beabsichtigte. Der Konflikt mit Polen endete in einem Waffenstillstand, dessen Vertrag Litauen die Stadt Vilnius und das Gebiet um Vilnius zugestand. Dennoch brachen polnische Truppen das Abkommen und fielen in Vilnius ein. Litauen weigerte sich, die Stadt den Polen zu überlassen, und unterschrieb den Friedensvertrag nicht. Kaunas wurde zur provisorischen Hauptstadt von Litauen ausgerufen. Die Stadt begann rasch zu wachsen und wurde modernisiert.

Im Jahr 1940 griff die sowjetische Okkupation brutal in das Kaunasser Leben ein. Viele der gesellschaftlich und politisch Aktiven wurden umgebracht oder deportiert. Gemeinnützige Organisationen mussten ihre Arbeit einstellen, ausländische Botschaften wurden geschlossen. Nach einem Jahr, am 22. Juni 1941, brach der Krieg zwischen der Sowjetunion und Deutschland aus. Die Deutschen marschierten in Kaunas am 25. Juni 1941 ein. Am 1. August 1944 wurde Kaunas von der sowjetischen Armee besetzt. Es begann die zweite sowjetische Okkupation.

In Kaunas bildete sich der Kern des Widerstandes in den Nachkriegsjahren gegen die sowjetische Besatzung. Am Tag der Allerheiligen im Jahre 1955 fand in Kaunas die erste öffentliche Protestdemonstration gegen das sowjetische Regime statt. Am 14. Mai 1972 verbrannte sich im Park vor dem Musiktheater der neunzehnjährige Romas Kalanta, nachdem er „Freiheit für Litauen“ gerufen hatte. Das führte zu der Suche nach den neuen Widerstandsformen, es begann der allgemeine passive Widerstand in ganz Litauen.

Am 1. November 1987 fand in der Altstadt von Kaunas, am Grab von Maironis, eine nicht genehmigte Versammlung statt, auf der anlässlich des 125. Jubiläums von Maironis der Priester Robertas Grigas und andere Sprecher die sowjetische Zensur verurteilten und die Wiederherstellung des litauischen Staates verlangten. Am 10. Juni 1988 wurde in Kaunas die Sąjūdis–Bewegung gegründet, Herausgeberin der Zeitung „Kauno aidas“.

Auf dem Turm des Kriegsmuseums Vytautas des Großen wurde am 9. Oktober 1988 die litauische Tricolore gehisst. Am 16. Februar 1989 wurde die Freiheitsstatue wiederhergestellt, am 16. Februar 1990 das Denkmal „für die Gefallenen für die Freiheit Litauens“. Seit 1999 feiert man am 20. Mai den Tag der Stadt Kaunas.

Tallinn

Die alte Hansestadt Tallinn mit 403.000 Einwohnern ist die Hauptstadt von Estland. Tallinn hat in der Vergangenheit viele Namen getragen, Litna, Kolovan und Reval sind nur einige davon.

Tallinn liegt im nordöstlichen Teil der Ostseeregion direkt am Meer und hat sehr viele historische Bauwerke erhalten können. In der historischen Altstadt von Tallinn findet man viele gut erhaltene Kaufmannshäuser. Je nach Alter der Häuser kann man deutlich erkennen, unter welcher Herrschaft Estland gestanden hat, als das Bauwerk errichtet wurde. Die Schweden, Dänen und auch Deutschen sowie die Russen zur Zarenzeit prägten die Bauweise in Tallinn ganz enorm. Das waren natürlich beste Gründe, um die Altstadt von Tallinn in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufzunehmen.

Große Teile der ehemaligen Stadtmauer mitsamt einigen Wehrtürmen sind sehr gut erhalten, vieles wurde im Laufe der Jahre liebevoll restauriert, um die Bedeutung von Tallinn in der Geschichte als Festung in Erinnerung zu behalten. Noch begehrter ist die Stadtmauer wegen des wunderschönen Blicks auf die roten Ziegeldächer der Altstadt.

Tallinn ist für Estland der zentrale Dreh- und Angelpunkt. Hier laufen alle wirtschaftlichen, politischen und auch kulturellen Fäden zusammen. Etwa ein Drittel der Gesamtbevölkerung des Landes im Baltikum wohnt in Tallinn. Durch diese Bevölkerungsdichte kann man die Stadt auch zu Recht als europäische Metropole bezeichnen, obwohl Tallinn im Vergleich zu allen anderen europäischen Hauptstädten weitaus weniger bekannt ist. Das heißt jedoch nicht, dass Tallinn nicht einen Abstecher wert wäre, ganz im Gegenteil.

Obwohl die estnische Hauptstadt viele historische Sehenswürdigkeiten zu bieten hat, ist Tallinn doch eine moderne Stadt. Wer viel Kultur erleben möchte, der ist hier absolut richtig, das kulturelle Angebot ist sehr vielfältig, zahlreiche Feste und Konzerte erwarten den interessierten Touristen. Natürlich wird das Angebot auch durch sehenswerte Museen und Kunstgalerien ergänzt. Auch ein Freilichtmuseum in Rocca al Mare gibt es zu besichtigen. Hier wurden Fundstücke aus der Bauernarchitektur des gesamten Landes zusammengetragen und ausgestellt. Die meisten dieser Attraktionen sind in der Altstadt zu finden. Wer einen eindrucksvollen Blick über die Dächer der Altstadt erhaschen will, der sollte den Domberg Toompea besichtigen. Hier bietet sich ein umfassender Panoramablick sowohl über die Altstadt als auch zu den Kuppeln der Alexander-Newskil-Kathedrale.

Aber auch außerhalb der Altstadt ist Tallinn nicht weniger attraktiv. Ein Schloss mit einem Schwanenteich inmitten eines barocken Parks mit Namen Kadriorg ist nur eine der vielen Attraktionen in Tallinn. Dieses Schloss beherbergt eine weitere Besonderheit, denn in einem Teil residiert der Präsident und in einem anderen Teil ist ein Kunstmuseum untergebracht.

Und wer nicht unbedingt an der Kultur interessiert ist, der kann auch einen Tag im wunderbaren Zoo von Tallinn verbringen. Zu besichtigen gibt es außerdem einen botanischen Garten, ein altes U-Boot und ein Eisbrecher warten ebenso auf interessierte Urlauber. Im Hafen von Tallinn unweit der Altstadt gelegen bietet sich die Möglichkeit, die großen Fähren hautnah zu erleben. Hier erlebt man einen Hauch von internationalem Flair.

Natürlich kommen in Tallinn auch die Nachtschwärmer auf ihre Kosten. Viele Restaurants und Straßencafés bieten eine interessante Abwechslung. In Tallinn verbindet sich auf ideale Weise der Charme der antiken Altstadt mit dem Flair der modernen Metropole.

Anmerkung: Zum einen wird Tallinn Europäische Kulturhauptstadt 2011, zum anderen möchte ich ihnen die Tourismus Info Homepage der Stadt Tallin als positives Beispiel nennen. Die Tourismus Info Homepage von Vilnius zum Vergleich ist davon Lichtjahre entfernt.

Sehenswürdigkeiten Minsk

Minsk hat dem Urlauber viele Sehenswürdigkeiten zu bieten. Als weißrussische Hauptstadt weiß sie nicht nur als Regierungssitz zu überzeugen, sie begeistert auch mit ihrer Architektur und den vielen Grünflächen Touristen aus aller Welt.

Im Zweiten Weltkrieg war Minsk zu 95 % zerstört worden, doch nach dem verheerenden Sturm über die Stadt wurde sie ab den 50er Jahren wieder aufgebaut. Die Sowjetunion nutzte dafür natürlich ihren so typischen Baustil mit klaren, konstruktivistischen Linien. Aber auch auf den Erhalt von vielen Grünflächen legten die Architekten wert. Minsk sollte nicht mit Gebäuden zugestellt werden, sondern auch Platz zur Erholung bieten. Das macht die Stadt heute so reizvoll.

Breite Straßen prägen heute das Stadtbild. Die so genannten “Prospekte” sind in ganz Russland weit verbreitet. Dazwischen finden sich jedoch immer wieder sehr schöne Parks, die Erholung für Einheimischen und Touristen bieten. Besonders am Fluss Swislatsch befinden sich einige wunderschöne Grünflächen, die Ruhe und das Ambiente des idyllischen Flusses bieten. Der interessanteste dieser Parks ist vielleicht der Janka-Kupala-Park direkt an der Swislatsch.

Die Straßen der Innenstadt sind im Schachbrettmuster angelegt. Hier wurde fast alles neu gebaut, doch sehenswerte alte Bauwerke finden sich noch in der Altstadt von Minsk. Leider wurden auch Teile im Zuge des Wiederaufbaus abgerissen, was heute zu den Bausünden von Minsk zählt. Doch zum Glück blieb die orthodoxe Helig-Geist-Kathdrale in der Altstadt, die auch Oberstadt genannt wird, erhalten.
Besonders prächtig ist die Kathedrale der Heiligen Jungfrau Maria, eine katholische Kirche in der Stadt. Sie wurde im barocken Stil gebaut und begeistert mit ihren Verzierungen und der typischen Bauweise. Fast wirkt sie wie einer deutschen Stadt entnommen – so prägnant ist die Ähnlichkeit zu Kirchen wie etwa der Münchener Asamkirche.

Das Rathaus von Minsk wurde in der Altstadt nach historischen Plänen wieder aufgebaut. Es war einst zerstört worden, jedoch waren alte Pläne erhalten und die Russen entschieden sich zur Rekonstruktion dieses Barockbauwerkes. Aus der alten Zeit erhalten blieb das Bernardinerinnnenkloster aus dem Jahre 1628. Auch heute zeugt es noch von der Gottesverehrung dieser Zeit.

In der Nemiga Straße in der Altstadt befindet sich die kleine Kirche St. Peter und Paul, die zwar angesichts der vielen hohen Häuser ihrer Umgebung fast winzig aussieht, aber dennoch einen Besuch wert ist. Auch die Traezkae-Vorstadt wurde nach alten Plänen im 20. Jahrhundert rekonstruiert. Sie befindet sich direkt am Fluss Swislatsch. Auf einer künstlichen Insel im Fluss wurde eine kleine Kapelle errichtet, die als Denkmal für die Gefallenen des ersten Afghanistan Kriegs dient. Auch dieser Ort ist einen Besuch wert. Zu den weiteren interessanten Kirchen der Stadt zählt die Backsteinkirche des Heiligen Simon und der Heiligen Helena, die ebenfalls zu den katholischen Kirchen von Minsk gehört. Sie ist auch unter dem Namen „Rote Kirche“ bekannt, was von dem Material, aus dem sie erbaut wurde und somit ihrem Aussehen herrührt.

Doch nicht nur die alten Gebäude der Stadt sind sehenswert. Es sind ebenso die modernen Bauten, die erst in der sowjetischen Phase von Minsk errichtet wurden. Hierzu zählt der prächtige Skaryna-Boulevard, eine er bedeutendsten Straßen der Stadt. Heute heißt der Prospekt „Unabhängigkeits-Boulevard“ und beeindruckt durch seine sowjetische Architektur. Dasselbe gilt für den Lenin-Platz. Alles ist auf diesem Platz strukturiert, aber äußerst interessant durch den sowjetischen Empire-Stil. Zwei weitere Plätze, die einen Besuch wert sind, tragen die Namen Siegesplatz und Oktoberplatz. Schon die Namen sprechen für eine große Bedeutung während der sowjetischen Zeit. Die Macht des russischen Reiches sollte auf den Siegesplatz ein mächtiger Obelisk widerspiegeln, der auch heute noch den Platz überragt. Auf dem Oktoberplatz befindet sich der Palast der Republik. Hier fanden auch nach der Wahl 2006 zahllose Kundgebungen statt.

Zu den berühmtesten und interessantesten Museen der Stadt zählen das nationale Kunstmuseum, das nationale Museum für die Geschichte und Kultur von Weißrussland, das Museum für Theater und Musikgeschichte, das Museum für weißrussische Literaturgeschichte, das Museum für zeitgenössische bildende Kunst. Wer sich nicht nur für Kultur und Kunst interessiert, sondern auch für die Geschichte von Weißrussland, der sollte das das weißrussische staatliche Museum für Geschichte des großen Vaterländischen Krieges oder das das Haus zu Ehren der ersten Sozialdemokratische Arbeiterpartei Russlands-Versammlung besuchen.

Das Opernhaus von Minsk erlangte Berühmtheit. Schon seine äußere Gestaltung begeistert, aber natürlich auch die internationalen sowie berühmten russischen Opern, die hier Tag für Tag aufgeführt werden. Weitere bedeutende Theater sind das Janka-Kupala-Theater, das nationale Maxim-Gorki-Theater, das staatliche Musiktheater, das Kleine Theater Minsk und auch das kleine, schöne Puppentheater der Stadt.

In einem schon architektonisch besonders reizvollen Gebäude befindet sich die große weißrussische Nationalbibliothek. Besonders in den Abendstunden begeistert sie durch eine herrliche Beleuchtung.

Last but not least: Wer in Minsk mit dem Zug ankommt, erlebt gleich den Bahnhof der Stadt. Ein mächtiges Gebäude, das sich auf einem riesigen Platz befindet und durchaus sehenswert ist.

Minsk

Minsk ist mit 1,83 Millionen Einwohnern die Hauptstadt und bedeutendste Stadt in Weissrussland. Insgesamt erstreckt sich Minsk über 256 Quadratkilometer, die sich in neun Stadtbezirke gliedern. Der Fluss Swislatsch schlängelt sich durch die Stadt, die heute von vielen Grünanlagen und den meisten wichtigen Kulturstätten des Landes geprägt ist. Minsk erlebte nach dem Ende der Sowjetunion eine große Weiterentwicklung.

Menesk und Mensk hieß die Stadt schon im Mittelalter. Dieser Begriff leitet sich ab vom slawischen “einwechseln” oder “austauschen”. Erwähnt wurde er zum ersten Mal im Jahre 1067. Es war in der Nestorchronik und stand mit der Schlacht an der Nemiga in Zusammenhang, als auch das Ortsgebiet von Minsk überfallen wurde.

Minsk hatte gerade in dieser frühen Zeit immer wieder unter den Feldzügen der verschiedenen Fürsten zu leiden. 1116 kam Menesk beispielsweise zum Großfürstentum Kiew. Minsk entwickelte sich jedoch während dieser Zeit deutlich weiter, wurde Handels- und Handwerkszentrum von Westrussland.

Im 11. bis 13. Jahrhundert muss Minsk eine blühende Stadt gewesen sein, in der sich viele Handelwege kreuzten. Zahllose Dokumente aus dieser Zeit zeugen von einer reichen und bedeutenden Stadt. Anfang des 14. Jahrhunderts kam Minsk zu Litauen. Zunächst war es der litauische Großfürst und König von Polen, Jagiello, der dort herrschte, dann sein Bruder Skirgiello.

Von 1413 bis 1565 gehörte Minsk zur Wojewodschaft Wilna, doch das späte Mittelalter war eine recht chaotische Zeit für Minsk, so dass die Stadt immer wieder unter anderen Herrschern zu finden war. Dennoch war Minsk eine der wichtigsten Städte des Großfürstentum Litauen. Dass sich Minsk trotz der niemals ruhigen Zeit so entwickeln konnte, ist erstaunlich.

1499 erlangte Minsk endlich das so genannte Magdeburger Stadtrecht, wurde seitdem von einem Magistrat regiert. Vom Reichtum von Minsk in dieser Zeit zeugt auch der Bau eines prächtigen Rathauses.Der Handel blühte weiterhin und Minsk war ebenfalls eines der berühmtesten Handwerkszentren. Auch die Religion spielte eine wichtige Rolle in der damaligen Zeit. Viele Klöster wurden im 16. Jahrhundert gegründet.

Aber auch der Barock eroberte Minsk. Besonders beeindruckende Gebäudeensemble wurden nun errichtet, die bis heute erhalten sind und das Stadtbild immer noch prägen (siehe: Sehenswürdigkeiten von Minsk). So sind etwa auf dem heutigen “Platz der Freiheit” etliche wunderschöne Barockbauten zu sehen.

Im 17. Jahrhundert wurde Minsk stark beschädigt. Ein Krieg zwischen Russland und der Polnischen Adelsrepublik führte zur Besetzung der Stadt und zur Flucht vieler Einwohner. Auch in den Nordischen Krieg war Minsk verwickelt. Die Stadt wurde vom Schwedenkönig Karl XII. erobert. 1793 kam Minsk zu Russland. Im Krieg gegen die Napoleonischen Truppen wurde die Bevölkerung von 12.000 Einwohnern auf nur unter 4 000 Einwohnern dezimiert. Die russischen Truppen gewannen Minsk 1812 zurück. Nun herrschte der russische Zar über Minsk. Die Wirtschaft erholte sich langsam wieder, mit der Zeit entwickelte sich Minsk zur bedeutenden Kulturstadt. Ende des 19. Jahrhunderts beeindruckte Minsk vor allem durch sein Völkergemisch aus Juden, Russisch-Orthodoxen und römisch-katholischen Einwohnern, die damals friedlich zusammen lebten.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Minsk zum Schauplatz der Kesselschlacht bei Minsk. Minsk wurde zu 95 % zerstört, doch die Einwohner waren dadurch nicht zu vertreiben. Die vielen Juden der Stadt wurden verschleppt und größtenteils ermordet, das gleiche Schicksal erlitten die Partisanen. Viele Einwohner landeten in Lagern und bei Zwangsarbeit, starben durch Mangelernährung und Krankheiten.

Für die Sowjetunion war Minsk eine Heldenstadt. Prächtig und im sowjetischen Stil wurde sie wieder aufgebaut. Aus dieser Zeit stammt der Schachbrett Grundriss der Stadt.

1992 wurde Weißrussland ein unabhängiger Staat. Minsk wurde Sitz der GUS und zur Hauptstadt von Weißrussland erklärt.

Das politsche Geschehen in Litauen in der Zwischenkriegszeit

Die eigentliche staatliche Entwicklung in Litauen setzte im November 1918 mit der Bildung einer Regierung ein. Im Frühling 1919 waren im Prinzip alle Regierungs- und Verwaltungseinrichtungen gebildet, die kommunale Selbstverwaltung nahm ihre Arbeit auf. Am 4. April 1919 wurde Antanas Smetona zum ersten Staatspräsidenten gewählt.

Die Jahre 1919 bis 1920 waren die Zeit des Kampfes um die litauische Unabhängigkeit. Die sowjetrussischen Bolschewiki erkannten den litauischen Anspruch auf einen unabhängigen Staat nicht an. Sie drangen nach Litauen vor und besetzten Vilnius. Von Litauen gebeten, halfen deutsche Soldaten die bolschewistischen Truppen zu stoppen. Bis August 1919 waren die Bolschewiki aus Litauen herausgedrängt. Durch kriegerische Auseinandersetzungen mit Polen verlor Litauen den östlichen Teil des Territoriums und die Hauptstadt Vilnius. Kaunas wurde zur provisorischen Hauptstadt des Landes. Abgesehen von den schmerzhaften territorialen Verlusten konnte Litauen seine Unabhängigkeit bewahren.

Die Siegermächte des 1. Weltkrieges betrachteten Litauen als Teil der früheren deutschen Einflusszone und zögerten mit der Anerkennung Litauens als eines unabhängigen Staates. Erst nach der Schließung des Friedensvertrages mir Sowjetrussland und nach der erfolgreichen Beendigung der Unabhängigkeitskämpfe wurde Litauen durch andere Staaten der Welt anerkannt. Bis 1922 nahmen dementsprechend die Staaten der Welt diplomatische Beziehungen mit Litauen auf.
Die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Grundlagen des Staatslebens legte zwischen 1920 und 1922 der Konstituierende Seimas fest. Er verabschiedete eine demokratische Verfassung mit garantierten Bürger- und Freiheitsrechten. Das Gesetz über die Bodenreform schuf einen stärkeren Bauernstand und die Grundlage dafür, dass Litauen sich zu einem modernen Agrarstaat entwickelte. Das Gesetz zur Einführung des Litas als nationale Währung und eine gut durchdachte Finanzpolitik machte den Litas zu einer der stabilsten Währungen in Europa während der gesamten Zwischenkriegszeit.

1923 nutzte die Regierung eine günstige internationale Lage, um Klaipeda und die umliegenden Gebiete dem eigenen Territorium anzuschließen. Gemäß den Bestimmungen des Versailler Vertrages stand das Gebiet unter französischer Verwaltung. Es gab einen Aufstand, der zur Anschließung des Gebietes an Litauen verhalf. Von 1923 bis 1939 gehörte Klaipėda und das umgebende Gebiet Litauen an.

Als bei den Parlamentswahlen 1926 linksorientierte Kräfte die Mehrheit errangen, löste dies die Unzufriedenheit rechter politischer Kräfte aus. Die kritischste Position gegenüber der linken Regierung nahm die Litauische Nationale Union ein. Unterstützt wurde sie von einem Teil der Offiziere, auf deren Initiative am 17. Dezember 1926 ein Umsturz organisiert wurde. Das Parlament wurde aufgelöst, neue demokratische Parlamentswahlen wurden nicht mehr durchgeführt. So endete die demokratische Phase Litauens, ein autoritäres Regime mit Antanas Smetona an der Spitze übernahm die Macht (und hatte das Präsidentenamt bis zur Sowjetischen Okkupation 1940 inne).

Bis 1938 unterhielt Litauen wegen der Annektion von Vilnius keine diplomatischen Beziehungen zu Polen. 1938 nutzte Polen einen Grenzzwischenfall, um Litauen ultimativ zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen, zur Öffnung der Grenze für den Transport zu zwingen. Außerdem sollte Litauen endgültig alle Ansprüche auf Vilnius und die umgebenden Gebiete fallen lassen. Um das Ultimatum zu verstärken, zog Polen an der Grenze Truppen zusammen und drohte das „Problem Litauen“ mit Gewalt zu lösen. Litauen blieb nichts anderes übrig, als das Ultimatum zu akzeptieren und diplomatische Beziehungen zu Polen aufzunehmen. In der neuen Verfassung vom 1938 wurde Vilnius als Hauptstadt von Litauen festgeschrieben.

Auch das Verhältnis zu Deutschland verschlechterte sich. Im März 1939 forderte Deutschland die Rückgabe von Klaipeda und der umliegenden Territorien und drohte mit dem Einsatz von Waffengewalt. Auch in diesem Fall beugte sich Litauen dem Ultimatum und übergab das Gebiet.

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Quellenangabe

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Litauen.info hat das Vorhaben ihnen Land, Leute, Sehenswürdigkeiten, Wissenswertes und die litauische ethnische Volkskunst und Traditionen näher zu bringen. Noch immer ist im deutschsprachigem Raum viel zu wenig über Litauen und das Baltikum bekannt. Litauen gilt als ein irgendwo im Norden an der Ostsee gelegenes Land, das lange zur Landkarte von Russland gehörte.

Wir Litauer sind stolz auf unsere alten nationalen Traditionen. Sowohl in den litauischen Städten als auch auf dem Lande sind sehr viele ethnographische Eigenarten erhalten geblieben. Es gibt kaum einen besseren Zeitpunkt, um eine aktuelle Info-Seite über Litauen zu starten: Litauen besteht 1.000 Jahre seit der ersten Erwähnung in den historischen Quedlinburger-Chroniken und die Hauptstadt Vilnius war Europäische Kulturhauptstadt 2009. Als Einleitung finden sie untenstehend meine eigenen ausgewählten zwölf kulturellen Höhepunkte und Sehenswürdigkeiten in Litauen.

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