Die größte Partei in Litauen und mit der größten Sitzzahl im Parlament ist die Vaterlandsunion / Litauische Christdemokraten unter Vorsitz des amtierenden Ministerpräsidenten Andrius Kubilius.

Die Partei wurde 1993 aus dem rechten Flügel der Litauischen Bewegung zur Erneuerung „Sąjūdis“ gegründet und zunächst von Prof. Vytautas Landsbergis angeführt. Im Mai 2003 wurde er vom derzeitigen Parteivorsitzenden und gegenwärtigen Ministerpräsidenten Andrius Kubilius abgelöst. Die Partei fusionierte 2004 knapp vor Europawahlen und anstehenden Parlamentswahlen mit der Union der ehemaligen politischen Häftlingen und Verbannten sowie der Union der Rechten Litauens. Im Vorfeld der Parlamentswahlen 2008 erfolgten zwei weitere Fusionswellen: Im März konsolidierte die Vaterlandsunion mit der Litauischen Volksunion und zwei Monate darauf mit der traditionsreichsten Partei den Litauischen Christdemokraten. Seitdem zählt die Partei 18.500 Mitglieder und ist somit die stärkste politische Kraft in Litauen. Die Partei ist Mitglied der Europäischen Volkspartei.

Die Partei versteht sich als konservativ, steht für freie Marktwirtschaft, die Integrationvon Litauen in den Westen unter Wahrung eigener Identität, für europäische Werte, mehr Effizienz, Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit Litauens auf der globalen politischen Arena.

WAHLERGEBNISSE DER PARTEI SEIT IHRER GRÜNDUNG

Bei den Wahlen 1996 sicherte sich die Partei 40 % der Stimmen und 70 Sitze im Parlament. Sie übernahm daraufhin die Regierungsverantwortung in einer Koalition mit den Christdemokraten, zum Ministerpräsidenten wurde Gediminas Vagnorius. Bei den planmäßigen Parlamentswahlen 2000 erhielt die Vaterlandsunion nur noch 8,6 % der gültigen Stimmen. Sie bekam neun Sitze und ging in die Opposition.

Bei den ersten Europawahlen im Juni 2004 gelang es der Vaterlandsunion mit zwei Mitgliedern ins Europäische Parlament einzuziehen. Die Mitglieder des EP sind Prof. Vytautas Landsbergis und Frau Laima Andrikienė. Beide litauischen Europaabgeordneten gehören im EP der EVP-ED Fraktion an.

Bei den Seimaswahlen am 10. Oktober 2004 erhielt die Vaterlandsunion 14,6 % der Wählerstimmen und gewann 25 der 141 Sitze. Die Partei blieb weiterhin in der Opposition.

Bei den Parlamentswahlen 2008 ging die fusionierte Partei Vaterlandsunion/Litauische Christdemokraten als Wahlsieger hervor. Sie erhielt 19,27% der Wählerstimmen und bekam dementsprechend 45 Sitze im Parlament. Sie ist ein Teil der Regierungskoalition im Seimas und stellt 7 aus den gegenwärtig 13 Ministern: Andrius Kubilius ist Ministerpräsident, Donatas Jankauskas – Minister für Arbeit und Soziales, Rasa Juknevičienė – Verteidigungsministerin, Dainius Kreivys – Wirtschaftsminister, Ingrida Šimonytė – Finanzministerin, Vygaudas Ušackas – Außenminister.

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