Kaliningrad - Königsberg
Die Oblast (Distrikt/Gebiet) Kaliningrad ist der westlichste Distrikt der Russischen Föderation. Das Gebiet stellt eine Exklave dar, das von Polen, Litauen, Lettland und Weissrussland umschlossen wird. Die Verbindung zu Russland kann über den Seeweg, Luftweg oder auch über den Landweg (durch Litauen) erfolgen. Die Oblast ist zwar durch die deutsche Geschichte geprägt worden, stellt sich heute aber als russisch dar.
Hauptstadt und auch eigentliches Zentrum dieser Region ist die Stadt Kaliningrad, das ehemalige Königsberg. Auf den knapp 15000 km² leben eine Million Menschen. Insgesamt 22 Städte sind verzeichnet. Die Oblast wird in neunzehn Rajons (Kreise) untergliedert. Trotz der ehemaligen Bedeutung dieser Region sind erhebliche soziale Probleme wie Arbeitslosigkeit, Hygiene und Korruption zu verzeichnen. Die Eingliederung in die ehemalige Sowjetunion sowie die Umsiedlung in diesem Gebiet hat und wird auch noch lange Zeit große Probleme bereiten.
Am Meer gelegen weist die Oblast keine besonderen Erhebungen auf. Die höchste Erhebung liegt bei 230m. Das Gebiet ist geprägt durch eine leichte hügelige Landschaft, unterbrochen von den großen Flüssen wie Pregel und Memel. Im Norden liegen das Kurische Haff und die Ostsee. Große Teile der Oblast sind auch noch Moorgebiet, das hier oft auch noch natürlich belassen wird. Der Süden und Westen von Kaliningrad wird von großen Heidelandschaften geprägt.
Historisch gesehen umfasst die Oblast Kaliningrad den nördlichen Teil der ehemaligen preußischen Provinz Ostpreußen. In diesem Gebiet lebten im Mittelalter die Prussen. Nach der deutschen Ostkolonisation wurde das Gebiet deutsch. Das ehemalige Königsberg war eine Hansestadt, die durch den Handel zu Wohlstand kam. Sie war lange Hauptstadt und Residenzstadt der preußischen Könige. Besonders bekannt war die Stadt aufgrund der Universität, an der unter anderem Immanuel Kant lehrte. Im Zweiten Weltkrieg kam das Gebiet unter Sowjet-Herrschaft, und nachdem viele Deutsche vertrieben waren, wurde es ein Teil von Russland. Die deutsche Vergangenheit wurde nach 1945 regelrecht geleugnet und auch ausgelöscht, indem Kirchen, Schlösser und andere Gebäude zerstört wurden. Seit Mitte der 1990er Jahre beginnt man sich aber auch hier wieder auf die Geschichte zurückzubesinnen und beginnt, die erhaltenen Gebäude zu sanieren.
Das kulturelle Zentrum wird von der Stadt Kaliningrad bestimmt. Die Stadt beherbergt ein Theater, eine Philharmonie sowie einige Museen. Seit einigen Jahren finden auch vermehrt Deutsch-Russische Veranstaltungen statt. Besonders eindrucksvoll sind die Reste der Backsteingotik, einer Variante der Gotik, die von den Siedlern nach Osten gebracht wurde.
Die wirtschaftliche Situation der Oblast Kaliningrad ist angespannt. Als ehemaliger Militärstützpunkt konnte sich wenig Industrie ansiedeln. Der Exklavenstatus verhindert die Ansiedlung von Industrie, es herrscht eine sehr hohe Arbeitslosigkeit. Allerdings liegt hier in Zukunft auch eine wirtschaftliche Chance, denn Kaliningrad besitzt eine natürliche Verkehrslage zwischen Mittel- und Osteuropa. Aktuell wird der Ausbau des Verkehrs durch die politische Lage erschwert. Der wirtschaftliche Schwerpunkt der Region liegt auf der Fischerei sowie dem Außenhandel über den Kaliningrader Hafen. Landwirtschaft spielt eine untergeordnete Rolle. Nur zögerlich siedelt sich die Produktion an, wie z.B. die Autoproduktion. Wertvoll sind einige Bodenschätze, vor allem das Vorkommen von großen Mengen an Bernstein. In der Ostsee existieren ausgedehnte Erdölvorkommen, die in der Zukunft ausgebeutet werden sollen. In den letzten Jahren gewann auch der Tourismus an größerer Bedeutung, da die Region bis Anfang der 1990er Jahre Sperrzone war. Viele Deutsche kehren auch heute als Touristen an die Stätten ihrer Jugend zurück.
Urlaub Litauen - Das Baltikum im Urlaub entdecken
Im Urlaub Litauen entdecken:
Die kulturelle Vielfalt und die landschaftlichen Kontraste machen den Reiz von Litauen aus. Grandiose Sonnenuntergänge über dem Meer, die rauschende Ostsee sowie die unberührten Wälder sorgen für Highlights im Litauen Urlaub. Das Baltikum ist für Reisen überschaubar und doch enorm weitläufig und vielfältig. Die langen weissen litauischen Ostseestrände sind durch die Dünen, die duftenden Kiefernwälder und saubere Luft in Europa (und nicht nur wegen ihrer Sauberkeit) berühmt und beliebt.
Auf Litauen.info entsteht demnächst ein weitläufiges Angebot für alle, die im Urlaub nicht nur Landschaften, Architektur und Kulturdenkmale, sondern auch die Dynamik fremder Gesellschaften näher kennen lernen wollen. Wir stellen ihnen die besten Urlaubsziele in Litauen vor, vom Individualtourismus bis zu organisierten Gruppenreisen und Rundreisen ins Baltikum. Für welche Art sich auch entscheiden, ein Urlaub in Litauen um die vielen Sehenswürdigkeiten zu entdecken bleibt ein unvergessliches Erlebnis.
Palanga
Palanga (18.000 Einwohner) ist der bekannsteste und beliebteste Ferienort und Kurort in Litauen. Die langen weissen Sandstrände der Ostsee, die Dünen, die saubere Luft und die duftenden Kiefernwälder in Palanga werden jährlich von mehr als 3 Mio. Touristen, Urlaubern und Patienten besucht.
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| Stadtmitte von Palanga. (c) UAB ANTILE |
Zum Kurort wurde Palanga am Ende des 19.Jh. ernannt. Dieses war ein großer Verdienst der Grafenfamilie Tiskevicius. Unter der Herrschaft der Tiskevicius wurde in Palanga der botanische Park mit Schloss und dem heutigen Bernsteinmuseum angelegt, der Hafen von Palanga errichtet und die ersten Heilanstalten und Sanatorien eröffnet, die heute zu den Sehenswürdigkeiten von Palanga zählen. Die spezialisierten balneotherapeutischen Behandlungen der Sanatorien und Rehabilitationszentren in Palanga helfen u.a. bei Erkrankungen der Nieren, Harnwege, Atmungswege, bei Bewegungs- und Stoffwechsel-Störungen sowie bei Frauenleiden.
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| Seebrücke von Palanga. (c) UAB ANTILE |
In den letzten Jahren wurden in Palanga viele verschiedene Hotels, Pensionen und Gästehäuser eröffnet. Im Kurort Palanga gibt es eine große Auswahl an Cafés, Bars, Restaurants, Diskotheken, Nachtclubs und Casinos. Palanga gehört neben der Kurischen Nehrung zu den bedeutendsten Zentren des litauischen Fremdenverkehrs, die lange Strandpromenade mit Seebrücke, der Flughafen Palanga, und die Sanatorien und Rehabilitationszentren in Palanga sind die Hauptgründe dafür.
Bernsteinstrasse
Es gab drei verschiedene Bernsteinstraßen, wobei jedoch die eigentliche Bernsteinstraße von der Ostsee durch Polen über Carnuntum nach Aquileia führte. Die anderen beiden Bernsteinstrassen führten von Jütland nach Hamburg. Dort trennten sich die Routen, wobei die eine durch Holland, Belgien und Frankreich nach Marseille führte, die andere über Deutschland und Österreich nach Süditalien ging.
Wie archäologische Grabungen in der Zwischenzeit zeigten, wurden entlang dieser Bernsteinstrassen von den damaligen Händlern auch grosse Zwischenlager angelegt. Rom war später unter anderen ein grosser Handelsplatz für Bernstein. Grabbeigaben und Funde aus der Zeit der Assyrer, Ägypter und anderer Kulturen zeigen, dass Bernstein schon in grauer Vorzeit ein begehrter Kultartikel und Handelsartikel war. Im übrigen ist die Bezeichnung „Bernsteinstraße“ nicht Antik, sondern stammt aus dem vorigen Jahrhundert.
Der heutige Fundort des baltischen Bernsteins ist nicht identisch mit dem Ort der primären Entstehung desselben. Dies ist übrigens von vielen anderen Lagerstätten ebenfalls bekannt. Der baltische Bernstein begann seine Wanderung kurz nach seiner Entstehung im Eozän vor 55 - 35 Mil. Jahren in den dazumaligen Bernsteinwäldern. Diese Wälder lagen zwischen Skandinavien, dem heutigen Schweden, und dem Baltikum, wo sich die heutige Ostsee befindet. Der Baumbestand dieser Wälder bestand nach heutigem Wissen aus Palmen, Eichen, Ulmen und Kastanien.
Für die Entstehung des Bernsteins waren verschiedene Koniferen und bestimmte Laubbäume nötig. Man nimmt heute an, dass die mittlere Jahrestemperatur zirka 20° C betragen hat, was ein schnelles Wachstum begünstigte und ähnlich dem jetzt in Nordafrika herrschenden Klima entsprach.
Bereits Ende des Eozäns, also vor zirka 35 Mil. Jahren, wurde der Wald vom Westen her durch das Meer überflutet und der Bernstein ausgewaschen. Durch eine Wanderbewegung gelangte der Bernstein von den Bernsteinwäldern, in die blaue Erde eingebettet, nach Samland zu den heutigen Fundorten.
Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass im Pleistozän vor zirka 2 Mil. Jahren noch einmal grosse Umschichtungen erfolgten. In verschiedenen Etappen der Eiszeiten wurde blaue Erde mitsamt dem Bernstein über mehrere hundert Kilometer in das Landesinnere von Polen, dem Baltikum und Russland verschoben.
Eine gewisse Bedeutung hatte auch Bernstein, der als Nebenprodukt, aus dem Braunkohle Tagbau stammte. So wurde bis vor wenigen Jahren in der ehemaligen DDR in Bitterfeld, in der Nähe von Leipzig, Bernstein gefördert und weiter verarbeitet.
Geografie
Litauen, das größte der drei baltischen Länder, grenzt im Norden an Lettland, im Osten an Weissrussland und im Süden an Polen und die russische Oblast Kaliningrad. (Siehe auch Landkarte von Litauen). Im Westen liegt die Ostsee (Küstenlänge 99 km), zu der Litauen über den eisfreien Hafen der Stadt Klaipeda Zugang hat. Litauen liegt etwa auf der Höhe von Schleswig-Holstein und dem südlichen Dänemark. Mit seiner Fläche von 65.300 km2 ist Litauen immerhin größer als Belgien, Dänemark, die Niederlande bzw. die Schweiz.
Die geografische Lage von Litauen
20 - 27 ° östliche Länge und 53 - 56 ° nördliche Breite, Koordinaten 55° 35′ 0″ N, 24° 7′ 0″ E. Dezimal 55.58333°, 24.116667°. Die Zeitzone beträgt MEZ +1 Stunde!
Flüsse in Litauen
Die größten Flüsse in Litauen sind Memel (litauisch: Nemunas), ein 937 km langer Strom, der von Weißrussland über Litauen in das kurische Haff und die Ostsee fließt und der 510 km lange Fluss Neris, welcher im Norden von Weißrussland entspringt, die litauische Hauptstadt Vilnius sowie Jonava durchfliesst und dann in Kaunas in die Memel (Nemunas) mündet.
Wasser gibt es reichlich:
Mit den vielen, sich im Nordosten (Seenplatte von Hochlitauen) und Süden befindlichen Seen, kommen wir auf insgesamt ca. 2.800 Seen und über 800 Flüsse in Litauen.
Wälder, Naturschutzgebiete und Moore
Den größten Teil der Landesfläche von Litauen nehmen landwirtschaftliche Nutzflächen ein. Knapp über 30 Prozent der Fläche ist von Wäldern bedeckt und über 3 Prozent werden von Mooren und Sümpfen eingenommen. Es gibt über 200 Naturschutzgebiete, darunter 5 Nationalparks und 30 Regionalparks in Litauen.
Berge? Hügel! Die Hügelchen in Litauen
Der AukÅ¡tojas (auch: AukÅ¡tojo kalnas, AukÅ¡tasis kalnas) in der Nähe des Dorfes Medininkai, etwa 24 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Vilnius, ist mit 293,84 m die höchste Erhebung (kein Berg) in Litauen. Etwa einen halben Kilometer in östlicher Richtung vom AukÅ¡tojas entfernt, befindet sich der Juozapinės kalnas (Kalnas heisst zu Deutsch Berg) mit 293,6 m das zweithöchste Hügelchen von Litauen. Der Ausblick ist atemberaubend – unbedingt Bilder machen und, für die Erinnerungen ein Fotobuch erstellen.
Pärnu, Kurort und Sommerhauptstadt von Estland
Pärnu ist die offizielle »Sommerhauptstadt« von Estland, die Perle der estnischen Ostseeküste. Diesen Ruf verdankt Pärnu ihrer Lage am Nordende der windgeschützten Rigaer Bucht und natürlich auch den herrlichen Stränden.
Pärnu gilt mit 50.000 Einwohnern als die kleinste “Großstadt” in Estland. Im Südwesten gelegen befindet sich Pärnu direkt an der Mündung des gleichnamigen Flusses, der die Altstadt von der Neustadt trennt, und verfügt über einen drei Kilometer langen wunderschönen Sandstrand. Dieses geografische Privileg weiß man in Pärnu schon seit langer Zeit zu nutzen, denn schon seit 1883 ist die einstige Hansestadt Pernau, heute Pärnu, ein Kurort.
Als besonderer Anziehungspunkt für Gäste fungieren die Moorbäder und der heilsam wirkende Ostseeschlamm. Viele SPA-Hotels in Pärnu bieten ein breit gefächertes Erholungs- und Regenerierungsangebot. Gute Hotels zu günstigen Preisen, Kuranlagen und Rehabilitations-einrichtungen, und vor allem natürlich der prächtige, weiße Sandstrand ziehen immer mehr ausländische Urlauber an.
Auch das Kultur- und Freizeitprogramm des Seebades trägt zu seiner großen Beliebtheit bei. Am Stadtstrand gibt es viele Sportangebote und einen Yachthafen. Wirklich sehenswert ist hier auch das Strandhotel, das an ein Schiff erinnert. Da die Bucht zum Rigaer Meerbusen sehr flach ist, halten sich an diesem Strand gerne Familien auf. Bis man in tieferes Wasser kommt, muss man einige Zeit laufen. Es gibt überall Umkleidekabinen, Spielplätze und Volleyballfelder. Mit schönen Bootsausflügen auf der Ostsee ist die Unterhaltung für die ganze Familie im Urlaub natürlich garantiert.
Auch für die Liebhaber der Kultur hat Pärnu vieles zu bieten: Das Museum für Moderne Kunst (Uue Kunsti Muuseum) in Pärnu stellt neben den Werken von Witkin und Rustin auch Werke von Picasso und auch Corneille und sogar auch Yoko Ono aus. Neben seinen Strandpassagen kann der Kurort auf mehrere wunderschöne Stadtparks, zahlreiche gemütliche Cafés sowie Discotheken und Nachtclubs für die Anhänger von Partys aufweisen.
Sehenswürdigkeiten in Pärnu
In der Altstadt von Pärnu gibt es viele Baudenkmäler zu besichtigen. Das Tallinner Tor ist eines der vier Stadttore und hat viele Kriege überdauert. Im 17. Jahrhundert erbaut erinnert es an einen Triumphbogen. Von den ehemaligen Befestigungsanlagen steht noch der rote Turm, seiner Zeit diente er als Gefängnisturm. Leider ist er nicht mehr vollständig erhalten.
Für die Liebhaber von barocken Kirchen ist die im Jahre 1767 erbaute Katharinenkirche einen Besuch wert. Diese Barockkirche ist sehr auffallend, denn sie besitzt einen schmalen Turm mit hoher Spitze. Direkt daneben befindet sich eine Kuppel, die wiederum von vier kleineren Türmchen umgeben ist. Die Orgel in der Elisabethkirche aus dem Jahr 1929 zählt zu den besten des ganzen Landes.
Trotz aller dieser Vorteile ist Pärnu nicht nur ein beliebtes Reiseziel im Sommer. Auch die Liebhaber weißer Landschaften kommen voll auf ihre Kosten. Die Landschaft rund um Pärnu bietet im Winter traumhafte Impressionen. Im Winter können hier Langlaufloipen genutzt werden. Die schönen Wellness-Hotels in Pärnu machen die Symbiose von angenehmer Entspannung und Wintersport perfekt.
Kohtla-Järve
Kohtla-Järve befindet sich im Nordosten von Estland, nahe an der Ostsee am Finnischen Meerbusen, und ist als Industriestadt bekannt geworden. Die Stadt tat einen bedeutenden Schritt in ihrer Entwicklung, als der Ölschiefer in der Region entdeckt wurde. Die Bevölkerung begann, den Ölschiefer abzubauen, und im Jahr 1924 wurde dann die erste Fabrik eröffnet, um den abgebauten Schiefer auch zu verarbeiten. Gleichzeitig entstand auch die erste Arbeitersiedlung.
Die Stadtrechte bekam Kohtla-Järve erst 1946 zugesprochen. In den folgenden Jahren erfolgten viele Eingemeindungen der umliegenden Orte. Nach diesen Eingemeindungen erreichte die Einwohnerzahl die Grenze von 90.000. Zwar erhielten 1991 etliche eingemeindete Orte ihre Selbständigkeit zurück, dennoch ist Kohtla-Järve mit heute noch 45.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt (hinter Tallinn, Tartu und Narva) in Estland.
Ein interessantes Detail von Kohtla-Järve ist sicherlich, dass sie sich nicht über eine direkt zusammen liegende Fläche erstreckt sondern vielmehr neben dem Kern der Stadt viele auseinander liegende Stadtteile besitzt.
Nachdem in der Stadt viele Industriebetriebe zusammenbrachen zogen viele Bewohner weg, um in anderen Städten Arbeit zu finden. Die Intensität dieses Industriezweiges, der auch eine starke Belastung für die Umwelt bedeutet, hat abgenommen. Dennoch ist Kohtla-Järve immer noch ein Zentrum für den Abbau und auch die Verarbeitung des Ölschiefers. Bis heute gibt es dort Fabriken, hier werden Baustoffe und Möbel sowie auch Torfbriketts hergestellt, außerdem gibt es hier auch eine Leicht- und Nahrungsmittelindustrie.
Um an die glorreiche Zeit der Industrialisierung der Stadt zu erinnern wurde ein Ölschiefermuseum errichtet. Ein weiteres Kulturhighlight ist auch eine Zweigstelle des Staatlichen Estnischen Kunstmuseums.
Kohtla-Järve hat Norderstedt (Schleswig-Holstein) als Partnerstadt. Im Rahmen dieser Städtepartnerschaft findet jährlich ein reger Austausch an Schülern und auch Vereinen statt, sogar ganze Chöre werden hier getauscht. Diese Städtepartnerschaft umfasst auch einige Gemeinden, die wieder aus der Gemeinschaft heraus in die Selbständigkeit ausgegliedert wurden.
Estland
Estland liegt (siehe Karte von Estland) im östlichen Nordeuropa im Baltikum. Das Baltikum, bestehend aus den Ländern Estland, Lettland und Litauen, wird von den Europäern als ein Teil von Osteuropa bezeichnet. Allerdings ist es eher so, dass der geographische Mittelpunkt von Europa in der Nähe der litauischen Hauptstadt Vilnius liegt.
Hauptstadt: Tallinn
Amtssprache: Estnisch
Einwohner: 1.341.000
Fläche: 45.227 Quadratkilometer
Estland Währung: EUR
Autokennzeichen: EST
Telefon-Vorwahl: +372
Zeitzone: MEZ + 1 Stunde
Estland das Land der Gegensätze
Historische Bauten wechseln sich mit moderner Architektur ab. Städte wuchsen zu touristischen Hochburgen, und vor einer mittelalterlichen Kulisse läuft das geschäftige Treiben in modernen Großstädten ab. Während dessen gibt es außerhalb der Städte viele Wälder und unberührte Natur. Die Moorlandschaften sind wunderschön. Ein großer Teil von Estland ist dicht bewaldet, zusätzlich findet man viel landwirtschaftliche Nutzung.
Die Ostseeküste von Estland ist überwiegend flach, mit zahlreichen Inseln und unzählige Seen. Heute macht der Tourismus in Estland einen großen Teil der gesamten Wirtschaft des Landes aus, denn ein Urlaub an der Ostseeküste im Kurort Pärnu, oder eine Städtereise nach Tallinn sind sehr beliebt.
Die Hauptstadt von Estland, Tallinn, ist einer der mittelalterlichen Städte, die in ganz Europa am besten den Jahren trotzen konnte, und sehr gut erhalten geblieben ist. Eine sehr markante Sehenswürdigkeit ist hier die Estonia-Gedenkstätte. Im Gedenken an den Untergang der Fähre Estonia wurde hier eine Skulptur gestaltet und dieser Tragödie gewidmet. Weitere Sehenswürdigkeiten in Tallinn sind das sich am Stadtrand befindliche Schloss Katharinental, sowie natürlich die mittelalterliche Altstadt mit ihren Stadtmauern und Türmen, welche zum UNESCO Weltkulturerbe gehört.
Ein Besuch der verschiedenen Städte des Landes (siehe Tartu, Narva und Kothla-Järve) ist immer lohnenswert, denn hier gibt es zahlreiche Museen, Baudenkmäler und wunderschöne Altstädte zu bewundern. Estland und das Baltikum wurde im Laufe der Geschichte von sehr vielen unterschiedlichen Nationen regiert, daher findet man deren Einfluss natürlich überall im Land, am meisten aber in der estländischen Küche.
Die Kultur in Estland ist, ähnlich auch wie die Kultur der anderen baltischen Staaten, eng mit der Musik verknüpft. In Estland spiegelt sich diese Musikverbundenheit in zahlreichen Chören wieder. Jedes Jahr finden zahlreiche Sing- und Liederfestivals statt, die einhergehen mit sehr aufwändig gearbeiteten Trachten. Ein Theater- oder Konzertbesuch sollten sie nicht versäumen.
Die estnische Sprache besitzt eine enge Verbundenheit mit der finnischen Sprache, aber interessanterweise gibt es keine Ähnlichkeiten zur lettischen oder litauischen Sprache. Unter der estnischen Bevölkerung ist rund ein Viertel von der Abstammung her russischsprachig.
Ventspils
Fragt man einen Letten nach der aufregendsten Stadt in seinem Land, dann nennt er garantiert Ventspils. Was für Touristen nicht so ganz nachvollziehbar ist, denn so wirklich viel los ist hier nicht. Der Ölterminal im Hafen war vor einigen Jahren aufgrund eines Störfalls in die Schlagzeilen geraten, inzwischen ist es um den Ort etwas stiller geworden. Doch Ventspils mausert sich derzeit durch zahlreiche Renovierungs- und Sanierungsprojekte zu einem hübschen Städtchen! Hier hat man den zweifelhaften Charme der ehemaligen Sowjetherrschaft bereits erfolgreich vertrieben.
Die Stadt liegt an der Windau-Mündung an der Ostsee, gehört zur Region Kurzeme und hat es dank des Ölexports zu erstaunlichem Wohlstand gebracht. Was man auch auf den ersten Blick sieht: Die Häuser sind in freundlichen Pastelltönen gestrichen, die Straßen sauber und gepflegt. Überall florieren kleine Geschäfte und Bistros. Das Preisniveau ist deutlich höher als im Umland und teilweise sogar höher als in Riga.
Dass Ventspils in erster Linie eine Industriestadt ist, kann man eigentlich nicht erkennen. Sie wirkt eher wie eine nett herausgeputzte Touristenstadt. Dabei sind die meisten Besucher Geschäftsreisende, die im weitesten Sinne mit dem Seehandel oder der Industrie zu tun haben. So erklärt sich auch das für lettische Verhältnisse ungewöhnliche Passantenbild, in dem man viele gut gekleidete Geschäftsleute aus aller Herren Länder mit Aktenkoffer und Notebook antrifft.
Die Altstadt besteht aus 200 Jahre alten Häusern und ist architektonisch reizvoll. Weiter oben liegt die Ordensburg aus dem 13. Jahrhundert. Ein hauseigenes Museum präsentiert die Geschichte der Burg. Von hier oben kann man mit Teleskopen die ganze Stadt und den Hafen betrachten, der Blick ist wirklich schön. Außerdem sind im Museum einige wertvolle Bernsteinobjekte zu bewundern, die bei Ausgrabungen eher zufällig entdeckt wurden.
Eine sportliche Attraktion für Besucher und Einwohner ist der moderne Skater-Park, die größte Skater-Anlage in Lettland. Hier gibt es 18 Sprünge und sehr schöne Halfpipes, die von Skatern und BMX-Fahrern kostenlos genutzt werden dürfen.
Urlauber zieht es natürlich vor allem an den Strand. Hier kann man das Sommer-Sonne-Urlaub-Gefühl in vollen Züge genießen. Er liegt nicht etwa abseits der Stadt, sondern erstreckt sich mit gut zwei Kilometern Dünenlandschaft bis mitten in den Stadtkern. Etwas weiter im Süden befindet sich ein Freilichtmuseum, das viele Objekte rund um die Tradition der Seefahrt präsentiert. Somit ist Ventspils eine ideale Kombination aus Strandurlaub und Kultur-Reise.
Hotels in Ventspils: Übernachten kann man im Mittelklasse-Doppelzimmer ab 80 Euro. Zum Beispiel im Drei-Sterne-Hotel Vilnis, das direkt in der Nähe des Fährhafens liegt, oder mitten in der Stadt im Hotel Dzintarjura, welches ebenfalls drei Sterne trägt. Hier geht es aber etwas luxuriöser zu, es gibt ein Restaurant im Hause, außerdem eine Sauna und Pool für die Gäste.
Jurmala
Knapp 10 Kilometer südlich der Hauptstadt Riga liegt Jurmala. Der Name heißt auf lettisch „Strand“, und tatsächlich ist Jurmala eigentlich keine Stadt, sondern ein Zusammenschluss vieler Dörfer, die alle in einer Reihe am Ostseestrand angesiedelt sind: Priedaine, Asari, Lielupe, Bulduri, Kemeri, Vaivari, Dzintari, Majori, Dubulti, Jaundubulti, Pumpuri, Melluzi, Jaunkemeri und Sloka. Zusammen bilden sie unter dem Namen Jurmala die fünftgrößte Stadt in Lettland.

Strand von Jurmala, (c) swetlana_k, pixelio.de
Der Riga’sche Meerbusen der Ostsee begeistert Touristen mit seinem 32 Kilometer langen feinsandigen, weißen Strand, der von Kiefernwäldern und Dünen gesäumt wird. Er zählt zu den schönsten Stränden im Baltikum. Da es hier immer etwas windig ist, lieben insbesondere Surfer die Strände. Das offene Meer ist aber nichts für Anfänger oder Kinder, denn hier gibt es Strömungen und einen manchmal gefährlichen Wellengang!
Einzigartig ist Jurmala durch seine vielen bunten Sommerhäuser aus Holz, die Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut wurden. Diese teilweise schlichten, teils aber auch beeindruckend schönen Villen sind völlig unterschiedlich gestaltet, es gibt keine zwei Häuser, die gleich aussehen. Manche wirken wie kleine Schlösser. Das schafft ein luxuriöses Ambiente am Strand. Ursprünglich waren sie als Urlaubshäuser für die Reichen Rigaer und Sommergäste aus Moskau gedacht, die hier ihre Sommer verlebten. Der Erste Weltkrieg stoppte den Urlauber-Zustrom, doch in den 20er und 30er Jahren florierte der Ort bereits wieder. Und zu Zeiten der Sowjetunion besuchten jährlich über 300.000 Touristen das kleine Ostseebad. Einen weiteren Knick in der Erfolgsgeschichte bildete nicht etwa der Zweite Weltkrieg, sondern ein Giftskandal in den 80er Jahren. Die Rigaer Bucht war von giftigen Abwässern so stark verschmutzt worden, dass Fischbestände verschwanden und das Baden lebensgefährlich wurde. Dank einer großangelegten Reinigungsaktion und einem konsequenten Naturschutzprogramm ist die Bucht aber seit Mitte der 90er Jahre wieder in einem sehr guten Zustand, und die Wasserqualität einwandfrei. In Sachen Umweltbewusstsein ist Lettland aber noch lange nicht auf dem Stand von Westeuopa.

Typische Architektur in Jurmala, (c) swetlana_k, pixelio.de
Heute ist Jurmala auch für Gäste mit kleinem Geldbeutel erschwinglich. Es kommen Familien mit Kindern aus Deutschland und Skandinavien hierher, aber auch viele Kurgäste. Jurmala ist nämlich auch ein anerkannter Kurort: Dem schwefelhaltige Heilschlamm und den Mineralquellen werden zahlreiche Heilwirkungen zugeschrieben. Und so brechen an warmen Tagen im Sommer hunderte Städter aus Riga nach Jurmala auf, um Sonne und Strand zu genießen. Alle zehn Minuten fährt ein Regionalzug von Riga nach Jurmala. Die Fahrt dauert zwischen 35 und 40 Minuten und führt durch schöne Fichtenwälder. Als Autofahrer bezahlt man bei der Einfahrt in die Stadt eine Kurtaxe von 1 Lats pro Tag. Man braucht aber nicht unbedingt ein Auto in dieser Gegend. In der Stadt selbst kommt man am besten zu Fuß oder mit dem Rad voran. Am Bahnhof kann man günstig Fahrräder mieten.
Das Leben spielt sich ohnehin meist im Zentrum „Majori“ ab. Hier lädt eine schön gestaltete Fußgängerzone mit dem Namen „Jomas“ zum Shoppen und Bummeln ein. Abends findet hier ein reges Nachtleben statt, das im Gegensatz zu Riga noch nicht von Kriminalität beeinträchtigt wird. Es gibt zahlreiche Bars und Kneipen, in vielen wird Live-Musik gespielt, und das Bier kostet meist weniger als einen Euro.
Ein Heimatmuseum in Mahori schildert anschaulich die Entstehungsgeschichte der Stadt und des Strandlebens von der Gründung bis heute. Die Darstellung der damaligen Strandmode wirkt manchmal geradezu komisch.
Ein weiteres Museum, allerdings im Freien, erwartet den Besucher in Lielupe. Hier bekommt man einen Eindruck vom leben der Fischer im 19. Jahrhundert. Auch befindet sich in diesem Örtchen das ehemalige Sommerhaus der bekannten lettischen Dichterin Aspazija.
Auch eine Besichtigung des „Weißen Schlosses“ im Ort Kemeri sollten sich Kulturfreunde nicht entgehen lassen! Es handelt sich streng genommen nicht um ein Schloss, sondern um den 1936 errichteten Kurpalast, der aber aufgrund seiner verspielten Architektur wahrhaftig wie ein Schloss wirkt.
Für Familien mit Kindern ist der Wasserpark im benachbarten Vaivari ein beliebter Anziehungspunkt. Fünf Wasserrutschen eine Sauna und zwei beheizte Becken laden zum Toben ein und sind eine gute Alternative für alle, denen das Meer zu kalt oder zu gefährlich ist.
Übernachten kann man hier mit viel Stil und in gepflegtem Ambiente im Baltic Beach Hotel. Das traditionsreiche Kurhotel ist nicht nur schön, es wurde auch in den letzten Jahren zu einem modernen und gut ausgestatteten Wellness-Zentrum umgebaut, in dem auch anspruchsvolle Gäste sich rundum verwöhnen lassen können.



