Die Schönheiten und Sehenswürdigkeiten von Lettland zeigen sich an vielen, ganz unterschiedlichen Orten. So gibt es allein 100 historische Stätten, welche anschaulich die bewegte, lettische Geschichte erzählen.

Burg von Turaida, (c) bretagne_32, pixelio.de

Burg von Turaida, (c) bretagne_32, pixelio.de

Da wäre zum Beispiel das Schloss Rundale in der Nähe von Bauska. In vielen Reiseführern wird es das „Versailles der Ostsee“ genannt, und in der Tat ist die Architektur vergleichbar. Die weitläufige Anlage wurde 1767 erbaut. Leider hat der erste Schlossherr die Innenausstattung vor seiner Flucht wegschaffen lassen. Doch auch ohne die damals üblichen, prachtvollen Accessoires und Möbel lohnt eine Besichtigung.

Das Schlossmuseum präsentiert viele Schätze aus der glanzvollen Vorzeit des Schlosses, und im Landschaftspark kann man herrlich spazieren gehen und die Architektur von weitem genießen. Direkt nebenan lädt das Museum für angewandte Kunst zur Besichtigung ein.

Eine weitere historische Attraktion und Sehenswürdigkeit ist die Pfahlbauten-Siedlung im See Araisi. Diese altlettische Siedlung stammt aus der späten Eisenzeit im 9. Jahrhundert. Wer wissen möchte, wie man in Lettland vor über 1.000 Jahren lebte, kann sich hier einen faszinierenden Eindruck verschaffen.

Gutmannshöhle bei Sigulda, (c) bretagne_32, pixelio.de

Gutmannshöhle bei Sigulda, (c) bretagne_32, pixelio.de

Im Gauja-Tal Nähe der Stadt Sigulda kann man nicht nur sehr gut Kanufahren und ausgiebig wandern, sondern auch Höhlen mit Wandmalereien aus dem 16. Jahrhundert besichtigen. Ursprünglich diente das Tal als natürliche Grenze zwischen den deutschen Ordensrittern und den Streitkräften des Erzbischofs von Riga. Heute zählen die vielen Höhlen, Burgen und der Gauja-Nationalpark zu den bekanntesten Touristen-Attraktionen und Sehenswürdigkeiten in Lettland.

Ein lohnendes Ausflugsziel ist auch die mittelalterliche Burg in Cesis, in der Nähe des Flusses Gauja auf dem Nussberg. Erbaut in den Jahren 1207 bis 1209, trotzte die Burg allen Eroberern und Katastrophen. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts überfiel der russische Zar Iwan der Schreckliche das Idyll, danach lag Cesis mal unter polnischer, dann unter schwedischer Herrschaft. Bis heute ist die Burg das Wahrzeichen der kleinen lettischen Stadt.

Eine Sehenswürdigkeit der ganz anderen Art ist das Zentrum für Radioastronomie in Irbene. Der ehemalige Militärstützpunkt der Roten Armee verfügt über zwei Radioteleskope, die noch heute genutzt werden, allerdings für rein wissenschaftliche Zwecke. Eines dieser Teleskope hat immerhin einen Durchmesser von 32 Metern und ist damit das größte in Nordeuropa. Die beiden monströsen Antennen und der unförmige, leicht verwitterte Betonbau wirken in der freien Natur wie eine Science-Fiction-Filmkulisse. Allein das skurrile Ambiente ist einen Ausflug wert!

Ebenfalls mysteriös erscheinen die Sandhöhlen-Labyrinthe des Flusses Riezupe. Die teils unterirdischen Gänge verzweigen sich rund 460 Meter weit und bestehen aus dem selben Material, das für die Herstellung von Glas verwendet wird. Die Führung bei Kerzenlicht ist ein ganz besonderes Erlebnis. Alleine sollte man hier keinesfalls auf Entdeckungstour gehen, zu groß ist die Gefahr, sich zu verlaufen. Ein warmer Pulli sollte immer mit dabei sein, denn in den Höhlen ist es auch im Sommer ziemlich kalt.

Touristenattraktion und liebenswertes Kuriosum zugleich ist die 1903 erbaute Schmalspurbahn Gulbene-Aluksne samt Dampflok, die noch heute auf einer Strecke von 33 Kilometern fährt. Dies ist die einzige noch aktive Schmalspur-Eisenbahn im gesamten Baltikum. Man kann die Fahrt auch gleich mit einer Besichtigung der alten Bahnhofsgebäude und einem Besuch im Freilichtmuseum in Ate verbinden.

Und noch eine Seltenheit: das Ernst-Glück-Bibelmuseum in Aluksne. Es ist das einzige Bibelmuseum in Europa und wurde zu Ehren des Pfarrers Ernst Glück gegründet, der als erster Geistlicher eine christliche Bibel ins Lettische übersetzte. Hier befinden sich sehr seltene und wertvolle Bibel-Ausgaben, zum Beispiel die Faksimile-Ausgabe der Bibel aus dem Jahre 1694.

Wer das authentische, etwas rustikale Hafenambiente liebt, sollte sich die Hafenstädte Liepaja und Ventspils ansehen. In Liepaja befindet sich die Heilige Dreifaltigkeitskirche, die Mitte des 18. Jahrhunderts erbaut wurde. Sie beherbergt prächtige Rokoko-Schnitzereien und die einst größte Orgel der Welt. Es finden regelmäßig Orgelkonzerte statt. Riga vereint die lettische Tradition und Kultur, modernen westlichen Zeitgeist, Wirtschaft und Politik. Gleichzeitig ist die Stadt der wichtigste Verkehrsknotenpunkt im Baltikum.

Der Strand von Vidzeme hat mit einem Badestrand nicht viel zu tun, ist aber dennoch hochinteressant: Hier liegen riesige, rote Findlinge auf einer Strecke von 14 Kilometern. Der größte ist 4 Meter hoch und über 200 Meter land, mit tiefen Höhlen und Grotten, die man sogar begehen kann.

Wer sich ein wenig mit der lettischen Kultur auseinandersetzt, stellt fest: Hier achtet man sehr auf Zeichen und Traditionen. Deshalb sind trotz der verheerenden Plünderungen und Zerstörung durch Kriege erstaunlich viele der historischen Stätten erhalten. So würde eine lettische Behörde niemals eine Zugstrecke genehmigen, die über einen ehemaligen Friedhof oder eine mittelalterliche Siedlung führt, wie es z.B. in Deutschland völlig normal ist. Auch hat man in Lettland bis heute die Steinblöcke erhalten, die auf Beerdigungsstätten von Pest-Toten hinweisen. Dieser Besonnenheit ist es auch zu verdanken, dass der historische Stadtkern der Hauptstadt Riga 1997 endlich als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt wurde und somit unter Denkmalschutz steht.

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