Geschichte von Litauen - Start

Litauen im 13.–18. Jahrhundert
- Wirtschaftlich-politische Entwicklung
- Die Anfänge der multikulturellen Geschichte
Das kulturelle Leben

Litauen im 19. Jahrhundert
- Der Verwaltungsapparat Litauens
- Der Verwaltungsapparat von Litauen Teil II.
- Der Widerstand
- Die Geschichte der Zivilgesellschaft
- Die Geschichte der Zivilgesellschaft Teil II.

Die Republik Litauen (1918–1940)
- Wirtschaft, Politik und Kultur
- Die nationalen Minderheiten in Litauen
- Der Untergang der litauischen Republik

Krieg und Nachkriegszeit in Litauen
- Wirtschaft und kulturelles Leben
- Die Anpassung

Die Wiederherstellung der Republik Litauen

Der bewaffnete Kampf der Nachkriegszeit für die Befreiung vom Joch der Sowjetunion war verloren, aber dies war keine endgültige Kapitulation. Litauen hat sich nicht mit dem brutal aufgezwungenen sowjetischen System, mit der rechtlosen Lage innerhalb der Sowjetunion abgefunden, sondern passte sich dem System nur an. Die Erkenntnis, dass die Unabhängigkeit oder eine Art Autonomie ohne Veränderung der politischen Bedingungen in der Sowjetunion nicht möglich ist, spornte die Menschen an, unter diesen Bedingungen alle möglichen Formen des Nationalidentität unaufhörlich zu schützen und aufrecht zu erhalten.
Das Anpassungsspektrum war breit; von der versteckten antikommunistischen Haltung bis hin zur Schein- oder sogar aktiven Kollaboration mit dem Regime. Die meisten Menschen führten ein Doppelleben: gewöhnlich existierte neben der offiziellen Haltung manchmal sogar ein generell gegensätzliches Verhaltensmodell, das nur in der vertrauten Umgebung zur Geltung kam. Das konnte in der Atmosphäre der totalen Verfolgung auch gar nicht anders sein, wenn man für ein unvorsichtig und „an falscher Stelle“ gesungenes Lied des Widerstands oder der Deportierten, für einen schärferen Witz, als Student von der Hochschule verwiesen werden, als Beamter seine Karriere zerstören konnte. Nur ein Beispiel für die totale Kontrolle: nach Wiederherstellung der Unabhängigkeit wurden in der ehemaligen Zentrale des KGB Säcke mit Belegen über die Abonnements von Zeitungen und Zeitschriften aus der sowjetischen Zeit gefunden. Es scheint, dass die Kontrolle darüber, wer die offizielle kommunistische Presse liest, hier gar keinen Sinn ergibt. Doch auch dafür interessierte sich der KGB.
Auch unter diesen Bedingungen gab es Menschen, die sich dem System nicht anpassten und sich für dessen Bekämpfung entschieden. Die einen wurden zu öffentlichen Dissidenten, die anderen verbündeten sich in geheimen Organisationen und gaben illegale Druckerzeugnisse heraus. Aber solche Menschen gab es wenig. Das Risiko, die Aufopferung und die Tapferkeit ist nicht die Sache vieler Menschen.
Das Spektrum der Nichtanpassung war breit: es reichte von der Kritik am kommunistischen System bis zu den Bestrebungen dieses zu reformieren oder total abzulehnen, von der Verteidigung der Menschenrechte und der Rechte der Katholischen Kirche bis hin zum Aufruf zur Wiederherstellung der Unabhängigkeit.

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Flüge nach Litauen
Litauen wurde zur neuen Heimat für emigrierte Spezialisten unterschiedlicher Herkunft, die von den Großfürsten nach Litauen eingeladen und von ihnen unterstützt wurden. Trakai, die der burgundische Edelmann Gilbert de Lannoy 1413 als eine große aus Holz erbaute Stadt mit zwei Burgen beschrieb, widerspiegelt den Mikrokosmos im Großfürstentum Litauen.